Saison beginnt früher

Spargel sprießt bisher nur spärlich

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Zielstrebig reckt sich der Spargeltrieb dem Licht entgegen. Ob die Spitze weiß oder violett ist, ist egal: Die Farbe wirkt sich nicht auf den Geschmack aus.

Rodgau - Die Spargelsaison beginnt etwa zwei Wochen früher als üblich. An den ersten Tagen macht sich die Delikatesse noch rar. Doch bald dürften die Preise günstiger werden. Von Ekkehard Wolf 

Der erste Spargel aus Rodgau ist da! Die Qualität ist gut, doch die Erntemenge ist noch gering. Entsprechend teuer ist das Edelgemüse an den ersten Tagen. Spargelfreunde müssen für den frischen Genuss derzeit bis zu zwölf Euro pro Kilogramm hinlegen. Wenn der Spargel nächste Woche stärker sprießt, dürften sich die Preise normalisieren.

Am Sonntag wurden die ersten Spargelstangen auf dem Jügesheimer Sandhof gestochen. „Aber nur 20 Kilogramm“, berichtet Landwirt Dan Fischer. Gestern brachten die Erntehelfer nicht viel mehr mit. Dennoch ist Fischer mit dem Saisonbeginn zufrieden: „Wir sind mindestens 14 Tage früher dran.“ Im vergangenen Jahr war das Gegenteil der Fall, als der kalte Frühling die Pflanzen am Austrieb hinderte.

Wetter wirkt sich auf die Qualität aus

In diesen Tagen wünschen sich die Spargelbauern etwas mehr Feuchtigkeit für ihre Pflanzen. Dan Fischer: „Wir bräuchten mal einen schönen Landregen. Eine Nacht lang wäre schon schön.“ Ansonsten dürfe das Wetter gern so bleiben: „Aber wer weiß, was in 14 Tagen ist?“

Erntehelfer aus Rumänien und Polen stechen den Spargel am Sandhof. Die Arbeit ist anstrengend und verlangt Fingerspitzengefühl.

Sowohl das Wetter als auch der Ablauf der Erntesaison wirken sich auf die Qualität aus, wie Dan Fischer erklärt. Am zartesten ist der Spargel, wenn er schnell wächst. Kälte hingegen führt eher zu holzigen Stangen. Aber auch Hitze ist nicht gut, weil die Spargelspitzen dann aufblühen können. Nässe hingegen begünstigt die Ausbreitung von Spargelrost. Am Anfang der Ernte sind die Stangen dicker, gegen Saisonende bilden die Pflanzen nur noch dünne Triebe. Auch Dudenhofen steht kurz vor dem Start in die Spargelsaison. Der Spargelhof Ripper will am kommenden Wochenende seinen Hofladen öffnen, wie Bernd Ripper und Christiane Traut auf ihrer Internetseite ankündigen: „In diesem Jahr können Sie zu Ostern Dudenhöfer Spargel genießen.“

„Es gibt Spargel wie Sand am Meer“

Bei Volker und Stefanie Kühnle könnte es ein paar Tage später werden. Erst gestern Abend modellierte die Familie die typischen Erdwälle („Balken“) auf ihrem Spargelacker, nachdem die ersten Spitzen sichtbar waren. Der kleine Familienbetrieb in Dudenhofen, der seit 1998 Spargel anbaut, arbeitet nach den Empfehlungen des Wasserzweckverbandes und verzichtet aus Prinzip auf Kunststofffolien und andere Hilfsmittel. „Wir lassen der Natur ihren Lauf und greifen nicht ein“, berichtet Stefanie Kühnle. „Unsere Kunden sagen: Nehmt bloß keine Folie. Wir haben sogar einige Kunden, die Spargel mit lila Kopf wollen, der schon ein bisschen aus der Erde geguckt hat.“

Neben den ortsansässigen Landwirten, zu denen auch Werlé in Rollwald zählt, werben auch Auswärtige um die Gunst der Feinschmecker in Rodgau. An der Straße nach Rembrücken haben Betriebe aus Darmstadt (Rohmann) und Gründau-Lieblos (Würfl) ihre Verkaufsbuden aufgebaut.

Nur in der Direktvermarktung lasse sich mit Spargel noch Geld verdienen, sagt Dan Fischer vom Sandhof. Wegen der zunehmenden Konkurrenz hat er die Anbaufläche schon vor Jahren von zehn auf sechs Hektar verringert. Fischer: „Es gibt Spargel wie Sand am Meer. Wer heute damit anfangen würde, hätte es sehr schwer.“

Quelle: op-online.de

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