Seit Mitte Mai Ansturm auf Termine

Das lange Warten auf die Sperrmüllabfuhr

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Auf ihrem Online-Formular warnen die Stadtwerke vor langen Wartezeiten.

Rodgau - Wer Sperrmüll loswerden will, muss derzeit rund acht Wochen auf einen Abfuhrtermin warten. Bei den Stadtwerken türmen sich die Anträge. Ein Ende des Ansturms ist nicht in Sicht.

Schwankungen im Lauf des Jahres seien nichts Ungewöhnliches, sagt Sabine Kretschmer, die Leiterin der Abfallwirtschaft. Als Beispiele nennt sie die Zeit vor Weihnachten, Ostern und Pfingsten, „also dann, wenn Besuch erwartet wird“. Im Frühjahr werden oft Gartenmöbel entrümpelt. Klassische Anlässe für die Sperrmüllabfuhr sind Umzüge und die Anschaffung neuer Möbel.
Aber warum fällt gerade jetzt so viel Sperrmüll an? Sabine Kretschmer bietet eine mögliche Erklärung an: Viele Bürger könnten die Brückentage im Frühjahr genutzt haben, um aufzuräumen und sich von Ballast zu trennen.

„Es wäre schön, wenn wir die Kapazitäten aufstocken können“, so Kretschmer. Doch das ist nicht möglich. Die Entsorgungsfirma Suez hat für Rodgau zwei Müllautos reserviert. Nach einem festen Plan leeren die Arbeiter die Bio-, Restmüll- und Papiertonnen; an den übrigen Tagen holen sie Sperrmüll ab. Im Jahresdurchschnitt reichen diese beiden Fahrzeuge aus. Bei höherem Sperrmüllaufkommen verlängern sich aber die Wartezeiten.

Die Sperrmüllabfuhr ist besonders aufwendig, weil jede Adresse mehrmals angefahren werden muss. Wertstoffe wie Metall und Holz werden separat verwertet, nur der Rest landet in der Müllverbrennung. „Wir versuchen aus dem Sperrmüll so viel wie möglich herauszuholen, was wir günstiger verwerten können“, erklärt Fachbereichsleiterin Kretschmer. Diese Trennung ist umweltschonend und noch dazu billiger. Das entlastet die Gebührenzahler.

Seit 2009 gilt in Rodgau das System „Sperrmüll auf Abruf“. Feste Abfuhrtermine gibt es nur noch in den großen Wohnanlagen wie Chinamauer und Spessartring. Die Einwohner im übrigen Stadtgebiet melden ihren Sperrmüll dann an, wenn sie ihn loswerden wollen. Die meisten erhalten einen Abfuhrtermin innerhalb von sechs Wochen, im günstigsten Fall ist schon eine Abfuhr nach zwei Wochen möglich.

Mehr als 8000 Aufträge für die Sperrmüllabfuhr haben die Stadtwerke allein im vergangenen Jahr bearbeitet. In etwa vier Prozent der Fälle finden die Müllarbeiter an der angegebenen Adresse keinen Sperrmüll vor. „Wenn jemand rechtzeitig absagt, können wir den Termin noch einem anderen geben“, sagt Sabine Kretschmer. Ein Abfuhrtermin könne auf Wunsch auch verschoben werden, wenn sich beispielsweise die Lieferung der neuen Möbel verzögere.

Zerlegte Holzmöbel kann man auch in einen Container auf dem Jügesheimer Wertstoffhof werfen. „Wir hatten gehofft, den Sperrmüll damit etwas zu entzerren“, so Kretschmer. Der Container werde gut genutzt, die Sperrmüllabfuhr ebenso: „Die Stadt ist größer geworden und die Leute werfen mehr weg.“ (eh)

Quelle: op-online.de

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