Vorfreude auf den Umzug

Stadtwerke mit neuem Hauptsitz auf der Zielgeraden

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Eröffnungsfeier für den Hauptsitz ist am 20. März, 18 Uhr, einen Tag später ab 10 Uhr Tag der offenen Tür. 

88 Quadratmeter Produkt-Erlebniswelt, 33 Quadratmeter Terrasse, 14 Quadratmeter Ruheraum, mehrere Teeküchen und eine Kaffeestation: Die Stadtwerke schaffen am neuen Standort in der Philipp-Reis-Straße 7 eine Wohlfühl-Atmosphäre.  

Rodgau - Am 17. März öffnet der neue Kundenservice um 8 Ohr. Dann werden die Gäste schon im Foyer auf einen Hingucker treffen: Mitten im Raum steht ein Blockheizkraftwerk im vollen Betrieb. Nicht größer als ein passables Kopiergerät, versorgt es das Haus mit Strom und Wärme.

Weitere Besonderheiten des Gebäudes erläuterten die Stadtwerke-Chefs Markus Ebel-Waldmann und Stefan Lambert sowie Architekt Frank Wolf in einer Pressekonferenz. Zum Beispiel zeigen die Stadtwerke, wie ein Solardach-Carport arbeitet. Vorhanden sind auch acht E-Ladesäulen für Autos.

Was wird für die Bürger besser im neuen Haus?

Unter einem Dach finden sie Ansprechpartner für sämtliche Aufgaben der Stadtwerke. Fragen und Probleme werden „abschließend an Ort und Stelle geklärt“, verspricht Markus Ebel-Waldmann. Bisher verteilen sich die Abteilungen auf verschiedene Gebäude in Rodgau. Mittwochs werde es eine erweiterte Sprechzeit von 17 bis 19 Uhr für vereinbarte Termine geben. Als Test bis Jahresende werden jeden letzten Samstag im Monat zwei Mitarbeiter von 9 bis 12 Uhr bereitstehen. Abhängig von der Nachfrage werde dieser Service dann ausgebaut.

Ausführlich erläuterte Ebel-Waldmann – sekundiert von Bürgermeister Jürgen Hoffmann – den Bauzeitenplan. Schließlich war das Projekt ins Gerede gekommen, weil von der Idee bis zur Realisierung viel Zeit verstrich.

2016 hatten die Stadtwerke das ehemalige Bürogebäude aus den 90er Jahren für 2,4 Millionen Euro gekauft und Anfang 2017, als Ebel-Waldmann noch nicht im Dienst war, die Erstplanung an die P4-Architekten (Frankenthal) vergeben. Im dritten Quartal 2018 konnte das endgültige Konzept verabschiedet und die Baugenehmigung Anfang 2019 erteilt werden. Es folgte die Vergabe der Bauleistungen. Hoffmann, Ebel-Waldmann und Architekt Wolf argumentierten, dass die Ursprungsplanung wichtige Dinge wie etwa aktuelle Brandschutzauflagen, Energieeffizienz und die Barrierefreiheit in allen Stockwerken nicht berücksichtigt habe. Nacharbeiten seien nötig geworden, weil entgegen erster Pläne das Gebäude nicht für maximal 65, sondern für 90 Mitarbeiter umgebaut werden sollte. So wurde zum Beispiel der bestehende Aufzug ein Riesenthema: Der Schacht musste geweitet werden, damit Rollstuhlfahrer ausreichend Platz haben.

Zu den einst geplanten Umbaukosten von 1,7 Millionen Euro kommen 1,2 hinzu. Das sei immer noch 30 Prozent billiger als ein Neubau in derselben Güte und Größe.

Das Projekt kommt für die Stadtwerke in eine schwierige Zeit. Für dieses Jahr wird ein Defizit von 1,1 Millionen Euro erwartet, die Personalkosten steigen auf acht Millionen Euro. 2012 waren es noch vier. Und die angestrebte Übernahme des Stromnetzes von der EVO-Tochter Energienetze Offenbach könnte wegen Streits vor Gericht noch Jahre dauern. Ebel-Waldmann sagte, das Defizit werde aus Rücklagen bedient. Er gehe von einer einmaligen Finanz-Delle aus. „2021/22 wird das wieder besser“, kündigte er an. Der Personalausbau und der neue Standort seien eine „Investition in die Zukunft“.  

bp

Quelle: op-online.de

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