Viele Wünsche berücksichtigt

Städtebaulicher Rahmenplan für Rodgau-West beschlossen

+
Das größte Baugebiet Rodgaus soll zwischen Jügesheim und Hainhausen entstehen. Die wichtigsten Ziele der Planung sind festgelegt.

Die erste Etappe auf dem langen Weg zum Wohngebiet Rodgau-West haben Planer und Politiker zurückgelegt. Das Stadtparlament hat am Montag der ersten Phase des städtebaulichen Rahmenplans zugestimmt.

Jügesheim/Hainhausen –  Bis daraus ein Bebauungsplan entsteht, dürfte es noch Jahre dauern.

Das größte Baugebiet Rodgaus (46 Hektar) soll westlich der S-Bahn zwischen Jügesheim und Hainhausen entstehen. Dort könnten, grob geschätzt, etwa 4 000 Menschen ein Zuhause finden. Bei der Planung betreibt die Stadt einen hohen Aufwand – mit städtebaulichem Wettbewerb (2017) und mehr als einem Jahr der Beratungen im städtischen Bauausschuss.

„Mit Kompetenz, Einfühlungsvermögen und Gelassenheit“ habe Stadtplanerin Katharina Rauh vom Büro Prosa (Darmstadt) alle Fragen beantwortet, Wünsche aufgenommen, auf Machbarkeit überprüft und eingearbeitet, würdigte Bauausschussvorsitzende Martina Sertic (FDP) am Montag. Dieses transparente Verfahren habe ermöglicht, „dass jeder von uns in diesem Stadium einen Stempel hinterlassen konnte“. Als Beispiele nannte sie die Wünsche nach frei stehenden Häusern (FDP) und Einfamilienhäusern (CDU). Nun sei ein Meilenstein erreicht, der Ziele der Entwicklung vorgebe.

Rodgau: Drei grüne Frischluftschneisen geplant

Der Rahmenplan enthält unter anderem drei grüne Frischluftschneisen in West-Ost-Richtung, Platz für öffentliche Einrichtungen (Schule, Kitas, Sporthalle) und sogenannte Quartiersgaragen, damit keine Autos am Straßenrand parken.

Weil das Gebiet nahe an zwei S-Bahn-Stationen liegt, schreibt der Regionalverband eine recht dichte Bebauung von 45 bis 60 Wohnungen pro Hektar (WE/ha) vor. An welchem der beiden Werte sich Rodgau-West orientieren soll, ist umstritten. Während der Magistrat durchschnittlich 50 und im Zentrum sogar bis zu 60 WE/ha anstrebt, hält die CDU eine Dichte von 45 Wohnungen für ortstypisch und angemessen.

Der Magistrat habe sich bei der Gebäudehöhe über den Konsens des Bauausschusses hinweggesetzt, kritisierte der CDU-Stadtverordnete Max Breitenbach am Montag. Der Ausschuss habe sich auf maximal drei Stockwerke plus Dachgeschoss geeinigt, doch der Magistrat habe 4,5 Geschosse daraus gemacht.

Rodgau: Verbesserung im Straßenverkehr

Verbesserungsbedarf sah die CDU auch beim Straßenverkehr, bei Parkplätzen für Besucher und bei Reserveflächen für Gemeinbedarf, etwa für eine künftige Stadthalle. Zusätzlich forderte sie, den Anteil bezahlbarer Wohnungen auf höchstens 30 Prozent zu begrenzen. Der CDU-Änderungsantrag fand jedoch keine Mehrheit.

Der beschlossene Rahmenplan sieht nicht höchstens, sondern mindestens 30 Prozent bezahlbare Wohnungen vor. „Ich warne davor, die Bedeutung von bezahlbarem Wohnraum zu unterschätzen“, betonte FDP-Rednerin Sertic: „Die Wohnraumnot dringt derzeit bis in die Mittelschicht vor. Für viele geht es dabei um ihre Existenz.“ Das sei nicht nur ein Problem der Großstädte. Rodgau liege nicht auf einer Insel, sondern sei ein „Teil dieses Ballungsraums mit all seinen Vorzügen und Problemen“. Eine flächensparende Bauweise sei ebenso notwendig wie neue Wege der Mobilität: „Man muss kein Grüner sein, um ökologisch zu denken.“

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare