SPD Rodgau sucht neuen Vorsitzenden

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Nach der gewonnenen Bürgermeisterwahl zeichnet sich ein Wechsel an der Spitze des SPD-Stadtverbandes Rodgau ab.

Rodgau ‐ Nach der gewonnenen Bürgermeisterwahl zeichnet sich ein Wechsel an der Spitze des SPD-Stadtverbandes Rodgau ab. Vorsitzender Gerd Bender (55), seit zehn Jahren im Amt, will sich aus beruflichen Gründen in die zweite Reihe zurückziehen. Als Nachfolger ist Fraktionsvorsitzender Jürgen Kaiser im Gespräch. Von Ekkehard Wolf

„Ich habe schon länger gesagt, dass ich irgendwann wieder aufhöre, weil ich einfach ziemlich überlastet bin“, sagt Bender im Gespräch mit unserer Zeitung. Durch häufige Reisen bedingt könne er sich nicht mit voller Kraft um die ehrenamtliche Führungsaufgabe kümmern. Er sei jedoch nie ein Frühstücksvorsitzender gewesen. Bender: „Ich wollte eigentlich schon vor zwei, drei Jahren gehen, aber ich hatte Jürgen Hoffmann versprochen, dass ich an seiner Seite bleibe.“

Nach Hoffmanns Wahlsieg sei nun ein guter Zeitpunkt zum Wechsel - ohne Not, wie Bender betont: „Politiker gehen normalerweise erst, wenn ihnen der Boden unter den Füßen zu heiß ist. Ich will ein Zeichen setzen, dass es auch eine andere Kultur des politischen Abschieds gibt.“ Seiner Partei bleibe er auf jeden Fall erhalten: „Ich mache seit meinem 13. Lebensjahr linke Politik, zuerst als Schülervertreter, dann in der SPD.“

Offenes und konstruktives Miteinander

Die schwierigste Phase seiner Zeit als Stadtverbandsvorsitzender erlebte Gerd Bender nach dem Rückzug von Bürgermeister Thomas Przibilla und dem Erdrutsch bei der folgenden Direktwahl. Mühsam sei es danach wieder aufwärts gegangen: „Ich habe versucht, die SPD in Rodgau aus ihrer Ecke herauszuführen und sie wieder zu einer Kraft zu machen, die mitarbeiten kann und nicht nur protestiert und beleidigt ist.“ Durch offenes und konstruktives Miteinander sei nun eine erfolgreiche Arbeit in der neuen Mehrheit möglich.

„Was mich besorgt stimmt, ist, wie viele Leute man mit einer Antiparteienkampagne mobilisieren kann“, sagt Bender unter dem Eindruck der jüngsten Bürgermeisterwahl. Eine Aufgabe für die Zukunft bestehe darin, junge Leute von der Mitarbeit in demokratischen Institutionen zu überzeugen. Einen Kandidaten für seine Nachfolge will der 55-Jährige nicht nennen: „Das ist Sache unserer Gremien. Ich bin keiner, der einen Nachfolger ausruft.“

Jürgen Kaiser, Vorsitzender der SPD-Stadtverordnetenfraktion, ist als Bewerber im Gespräch. Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte Kaiser gestern, er stehe für das Amt zur Verfügung. Der Parteitag wählt den Vorstand im März.

Quelle: op-online.de

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