„Wer hat, der soll geben“

Wahlrodgauer Peter Keller engagiert sich für Waisenhaus Watoto in Tansania

Peter Keller mit Manager Felix Apolinary Kakoko und Lehrer Assisa.
+
Peter Keller mit Manager Felix Apolinary Kakoko und Lehrer Assisa. Der betreut und unterrichtet ganztägig die Kinder der verschiedenen Altersgruppen; auch er übernachtet im Waisenhaus.

Was Peter Keller im vergangenen Jahr in Tansania gesehen hat, hat ihn sehr berührt. Das atemberaubend schöne, in weiten Teilen aber arme Land hat den gebürtigen Heusenstämmer, der in Weiskirchen wohnt, schwer beeindruckt.

Rodgau – „Ich habe nur freundliche Menschen getroffen“, berichtet der 51-Jährige. Die mitgebrachten Seifenblasen waren der Hit. „Die Kinder sind völlig ausgeflippt.“ Auch die beiden Fußbälle, die Keller im Gepäck hatte, lösten totale Begeisterung bei - ebenso wie die Legosteine.

Er lernte das privat geführte Waisenhaus Watoto kennen, als er für die gemeinnützige Stiftung seines Arbeitgebers Abbott in Kigoma zu Besuch war. In der kleinen Stadt im Nordwesten Tansanias am Tanganjika See, hatte er Kontakt zum damaligen Tourguide Felix Apolinary Kakoko kennen, der sich der 57 Jungen und Mädchen angenommen hatte.

Reis und Bohnen sind typisch für Tansania. Wer es sich leisten kann, isst dazu Hühnchen, Fisch oder Rind. Im Waisenhaus gibt es das aber nur an Feiertagen. Bananen werden vor Ort angebaut sind recht günstig und lecker. Wegen Corona und einer Heuschreckenplage im Osten Afrikas sind die Preise für Lebensmittel und Wasser stark angestiegen.

Weil die enorme Armut dem Rugbyspieler und -Schiedsrichter extrem deutlich vor Augen geführt hat, „wie gut es uns geht“, fühlt er sich verpflichtet, zu helfen. Auch wenn das nur ein Tropfen auf den heißen Stein sei. Er hat die Devis „Wer hat, der soll geben“ zu seinem Wahlspruch gemacht und engagiert sich gemeinsam mit seiner Frau auch noch in weiteren Hilfsprojekten.

Im Waisenhaus leben die Jungen und Mädchen im Alter zwischen 4 und 14 Jahren in einem kleinen Lehmhaus, das zum Schlafen, Essen, Schulunterricht und Spielen genutzt wird. Weil Platzmangel herrscht, muss immer wieder alles umgeräumt werden. Es wird auf dem Boden geschlafen und da weder fließendes Wasser noch Elektrizität vorhanden sind, bestehen die Toilette und Dusche aus einem Loch im Erdboden und einem Eimer Wasser, das mit einem Handwagen vom nächstgelegenen Brunnen geholt werden muss. Bislang wird im Freien mit Feuerholz das Essen zubereitet.

In dieser Zisterne wird Regenwasser (soweit vorhanden) gesammelt. Es dient zum Waschen. Trinkwasser muss von einem weiter entfernten Brunnen per Handwagen geholt werden.

Keller: „Wir haben zwar schon ein paar Dinge verbessern können, um jedoch das größte Projekt zu verwirklichen, den Kindern ein Haus mit Zimmern, Küche und sanitäre Anlagen zu Verfügung zu stellen, bedarf es noch einer Menge Hilfe.“ Langfristiges Ziel ist auch den Waisenkindern eine Schulausbildung zu ermöglichen, damit sie später mal ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, mit einem Beruf und einer eigenen Familie.

Bevor aber Strom und Wasser fließen, müssen regelmäßig 57 Kinder satt gemacht werden. Doch allein die Lebenshaltungskosten sind immer wieder eine Herausforderung, weil die Lebensmittelpreise wegen einer Heuschreckenplage und nicht zuletzt auch wegen Corona gestiegen sind. Inzwischen haben Keller und weitere Verbündete einen Verein gegründet (und sich für die englische Schreibweise des Landenamen entschieden): Hilfsprojekt Waisenhaus Kigoma/Tanzania e. V. heißt er. „Durch unsere Vereinsstruktur und unserem ehrenamtlichen Engagement garantieren wir, dass jeder gespendete Euro bei den Kindern in Tansania ankommt“, verspricht Peter Keller. (von Simone Weil)

Weitere Infos:

waisenhaus-kigoma-tanzania.de

Bankverbindung: Sparkasse Vest Recklinghausen, IBAN: DE44 426 501 501 000 527 489, BIC: WELADED1REK

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare