Ausnahme für Kunden der Gärtnerei Fischer

Blumenau: Tempobremse zeigt erste Wirkung

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Eindeutig: Nach Rodgau geht’s von der L 3121 nur geradeaus .

Dudenhofen - Drei Monate nach dem Start eines Verkehrsversuchs missachten noch immer viele Autofahrer die neue Regelung auf der Blumenau. Die schmale Brücke über die B45 ist als Einbahnstraße ortsauswärts ausgewiesen, aber die Beschilderung ist nicht ganz konsequent. Von Ekkehard Wolf

Kontrollen durch die Ordnungspolizei ergaben einen hohen Anteil illegaler Fahrten. Seit Wochen kontrolliert die Stadt dort nicht mehr. Seit April stehen die neuen Schilder. Wer auf der Landesstraße 3121 von Seligenstadt gen Westen fährt, sieht eindeutig: Nach Rodgau geht es geradeaus. Die Blumenau ist für Kraftfahrzeuge gesperrt. Eine Ausnahme gilt lediglich für Anlieger (wie etwa Kunden der Gärtnerei Fischer), aber auch nur bis zur Brücke. Etwa 1700 Meter weiter sieht das anders aus. Die Brücke ist nur noch für Lastwagen gesperrt. Die Stadt wollte mit dieser Regelung in erster Linie die Schulkinder schützen, die morgens aus dem Niederwiesenring zur Freiherr-vom-Stein-Schule pilgern. Verkehrszählungen hatten ergeben, dass bis zu 300 Fahrzeuge in einer Stunde den Schulweg queren. Eltern aus dem Niederwiesenring hatten schon vor mehr als einem Jahrzehnt auf diese Gefahrenstelle aufmerksam gemacht.

Anlässe zu dieser Verkehrszählung waren ein Bericht unserer Zeitung („Gefährliche Begegnungen“) und eine Anfrage der CDU-Stadtverordnetenfraktion zur Situation auf der Blumenau-Brücke über die B45. Mitarbeiter der Unternehmen im VGP-Gewerbepark nutzen die schmale Brücke als Fußgänger und Radfahrer auf dem Weg zur Arbeit auch nachts und in der Dämmerung. Bei Gegenverkehr kann es zu gefährlichen Situationen kommen. Es ist dort einfach zu eng. Mit neuen Tempolimits auf der Blumenau will die Stadt die Unfallgefahr verringern. Auf der geraden Strecke darf man nur noch 50 km/h schnell fahren, auf der Brücke 30 km/h.

Kontrollen auf der Blumenau

Diese Geschwindigkeiten würden häufig überschritten, berichtet ein Leser unserer Zeitung, der an der Auffahrt zur Brücke aus Richtung Dudenhofen wohnt. Auto- und Motorradfahrer schalteten etwa 100 Meter vor der Brücke gut hörbar in den dritten oder vierten Gang hoch. Wer das Tempolimit einhalte, werde vom Hintermann bedrängt.

Sechs Mal kontrollierte die städtische Ordnungspolizei die Verkehrsteilnehmer morgens auf der Blumenau. Dabei wurden nicht mehr 300 Fahrzeuge pro Stunde aus Richtung Seligenstadt gezählt, sondern höchstens 104 in eindreiviertel Stunden. Die Kontrolle zeigte aber auch, dass bis zu 80 Prozent der Fahrer keine Anlieger waren. Die Ordnungspolizisten ermahnten die Fahrer, verteilten aber keine Knöllchen. Im Lauf der sechs Wochen sank sowohl die Anzahl der Fahrzeuge aus Seligenstadt als auch der Anteil der illegalen Fahrten. Seit 1. Juni gab es keine Kontrolle mehr.

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„Wir können nicht von morgens bis abends dastehen und aufpassen“, sagt Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Es liege in der Verantwortung der Verkehrsteilnehmer, die Regeln einzuhalten. Mit dem Effekt der geänderten Verkehrslenkung ist der Bürgermeister zufrieden. „Dass es etwas gebracht hat, zeigt uns der Protest, der uns aus Richtung Seligenstadt erreicht.“ Er, so Hoffmann, sei mehrfach daraufhin angesprochen worden.

Von der geringeren Verkehrsdichte auf der Blumenau erwartet Jürgen Hoffmann auch „eine kleine Entlastung der Mainzer Straße“. Dort klagen Anwohner über Verkehrslärm und Abgase. Blumenau und Mainzer Straße wurden bis zum April oft genutzt, um Ampeln und Stau auf der Kreisquerverbindung (L3121, K174) zu umgehen. Für den Bürgermeister steht fest, „dass der Kreis sich darüber Gedanken machen muss, wie er langfristig mit der Kreisquerverbindung umgeht. Sie ist stark belastet bis überlastet.“

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Quelle: op-online.de

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