Stadt: Briefkastenfirmen verursachen keine Bodenbelastung

Virtuelle Altlasten verzögern Bau nicht

Hainhausen - Altlasten im Boden drohten das Bauvorhaben der Firma Amadeus an der Wilhelm-Leuschner-Straße und der Rochusstraße zu verzögern. Die Stadt gibt Entwarnung: Die Gefahr besteht nur auf dem Papier.

Auf die mögliche Bodenbelastung hatte das Regierungspräsidium Darmstadt in einer Stellungnahme zum Bebauungsplan H 19 hingewiesen. In der Altflächendatei ist eine bunte Mischung an ehemaligen Gewerbebetrieben verzeichnet. Dazu gehören Hoch- und Tiefbau, Fahrzeugteile, Kurier- und Transportdienste, Reinigungsservices, Gartenbau und einige mehr.

„Die Altlasteneinträge in der Altflächendatei des Landes Hessen sind nicht nachvollziehbar“, teilt die Stadtverwaltung mit. Das Gebiet sei schon 1968 als reines Wohngebiet festgelegt worden. Gewerbe sei dort nicht zulässig. Einzige Ausnahme: Einzelhandelsgeschäfte im Erdgeschoss der Rochusstraße 14 bis 16.

Die Einträge in der Altflächendatei erklärt man sich im Rathaus so, dass Mieter Gewerbebetriebe anmeldeten, die jedoch nur als Briefkastenfirmen fungierten. „Faktisch waren die Schein-Gewerbebetriebe an den betroffenen Grundstücken nie vorhanden“, schreibt die Stadtverwaltung. Deshalb könne auch keine Bodenbelastung vorliegen. Ein Indiz für ihre Annahme sieht die Stadt darin, dass die Betriebsdauer in der Datei „Altis“ jeweils nur mit wenigen Monaten angegeben sei.

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Ein Bauträger namens Amadeus will auf dem bisherigen Garagenhof eine Wohnanlage mit 96 Wohnungen bauen. Die vier Häuser in Staffelbauweise sollen drei oder vier Stockwerke haben. Darunter ist eine Tiefgarage mit 200 Stellplätzen geplant. (eh)

Quelle: op-online.de

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