Rodgau wählt Hoffmann zum Bürgermeister

Rodgau - (bp/lö) Die Bürger der größten Stadt im Kreis haben einen neuen Bürgermeister gewählt. Der ehrenamtliche Stadtrat Jürgen Hoffmann (48, SPD) löst den parteilosen Amtsinhaber Alois Schwab (52) ab.

Dem früheren CDU-Mitglied Schwab fehlten gemäß dem vorläufigen Endergebnis 132 Stimmen zur zweiten Amtszeit. Hoffmann kam mit 8643 Stimmen auf 50,4 Prozent, Schwab auf 49,6 Prozent (8511 Stimmen). Die Wahlbeteiligung lag bei 53,4 Prozent.

Schwab und Hoffmann waren als Sieger aus dem ersten Wahlgang am 27. September hervorgegangen. In der gestrigen Stichwahl gab es ab Schließung der Wahllokale um 18 Uhr ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Um 19.03 hatte Hoffmann 142 Stimmen Vorsprung, um 19.06 Uhr 241. Dieser schrumpfte noch einmal, aber es reichte für Hoffmann. Schwabs Amtszeit endet am 8. Juni 2010.

Dudenhöfer Bürgerhaus-Gaststätte wird Tollhaus

Ich habe gezittert bis zuletzt. Jetzt freu ich mich riesig“, kommentierte Hoffmann nach langen Minuten des Bangens. Der Wahlsieg sei das Ergebnis von zweieinhalb Jahren härtester Arbeit. „Die konnte ich nur überstehen, weil es Menschen wie euch gab“, dankte er Partei und Freunden sowie den Kooperationspartnern Grünen, FDP und Freien Wählern, die mit der SPD im Parlament die Mehrheit bilden. „Jürgen, Jürgen“-Rufe und stehender Applaus hatten die Dudenhöfer Bürgerhaus-Gaststätte in ein Tollhaus verwandelt.

Mitten im Trubel stand Stadtrat Michael Schüßler (FDP) völlig in sich gekehrt - so als könne er noch nicht fassen, dass ein neuer Chef ins Rodgau-Rathaus einzieht: „Der Spuk ist um. Es hat sich gelohnt, Gas zu geben bis auf den letzten Meter.“

„Das ist Demokratie.“

In einer ersten Stellungnahme sagte Schwab, es sei ein denkbar knappes Ergebnis, das er aber akzeptiere. „Das ist Demokratie.“ Es sei „etwas Einmaliges für Rodgau“, dass ein parteiloser Kandidat „fast aus dem Stand“ ein solches Ergebnis habe holen können. Anhänger und Familie spendeten dem 52-Jährigen Trost und sprachen ihm Anerkennung aus. Seine frühere Partei CDU hatte ihn im Oktober 2008 nach zermürbendem Streit als Mitglied abgemeldet, nachdem er Beiträge nicht mehr gezahlt hatte.

Der CDU-Vorsitzende Dr. Bernhard Knaf sah im Wahlergebnis keinen Grund zum Jubel. Ohne Schwab bestehe für Rodgau nach jahrelangem politischen Stillstand aber „die Chance zum Neuanfang“.

Quelle: op-online.de

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