63 neue Häuser in der Brückenstraße

Wohnen an der Lärmschutzwand

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Die Werner Wohnbau errichtet an der Brückenstraße bereits die ersten Häuser. Im Hintergrund links: die Lärmschutzwand zur A 3.

Weiskirchen - Der Stadtteil Weiskirchen erlebt einen Bauboom. Auf dem Gelände der TG sind Doppelhäuser entstanden, auf ehemaligem Grund der Sportvereinigung eine Seniorenresidenz und Reihenhäuser.

Die Firma Werner Wohnbau baut an der Brückenstraße Doppel- und Reihenhäuser mit 28 Wohnungen. Dort kommen jetzt weitere 63 Häuser hinzu. Viele Jahre hat sich in Weiskirchen in Sachen Eigenheimbau nicht viel getan. Vielleicht war es die Nähe zur Autobahn A3 und zur B45, die Projekte hemmte. Sofern dem so war, spielen Lärm und Abgase jetzt offenbar keine Rolle mehr. Selbst Häuser, die unmittelbar hinter dem Lärmschutzwall neu gebaut werden, gehen weg wie warme Semmeln. Wie zum Beispiel an der Michael-Meyer-Straße oder bei der Sportvereinigung.

Das jüngste Bauvorhaben stemmen die Cds Wohnbau GmbH und die Traumhaus Wiesbaden gemeinsam. Sie bauen an der Brückenstraße auf einer 24 500 Quadratmeter großen Industriebrache 63 Einheiten, unterteilt in 21 Reihenhäuser in Dreier- und Vierergruppen und 42 Doppelhäuser. Sie stehen auf Grundstücken von 110 bis 410 Quadratmeter. Die Investitionssumme beträgt etwa 18,5 Millionen Euro. Gebaut werden auch 138 Stellplätze.

Auf dem Gelände stehen alte Fabrikgebäude. Früher dienten sie dem Baumaschinen- und Baggerverleih „Atlas“, später der Rohé Tankanlagentechnik und heute Speditionen. Auf einem Immobilienportal im Internet war die Fläche 2014 als „riesiges Abriss-Baugrundstück im Rodgau“ für 3,9 Millionen Euro angeboten worden. Der Kaufpreis lag somit weit unter dem Bodenrichtwert: 159 statt 390 Euro pro Quadratmeter – so der damalige Makler.

Einst war dieses Areal einmal eine gute Gewerbelage: nur durch eine Wiese von der Autobahn getrennt und über den Kreisverkehr an der Udenhoutstraße an die B 45 angebunden. Dann kam der Kreisel weg – und es war vorbei mit der guten Erreichbarkeit. Jetzt entstehen dort also Wohnhäuser – in Sichtweite zur Autobahn. Der Abriss der Industriebrache beginnt im Herbst. Verkaufsstart für die Häuser war am vergangenen Samstag. Baubeginn soll im Herbst/Winter sein.

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Der Magistrat schlägt der Stadtverordnetenversammlung vor, mit der Traumhaus Cds Wohnbau GmbH einen städtebaulichen Vertrag abzuschließen. Er regelt insbesondere den für das Neubauvorhaben notwendigen Ausbau der Brückenstraße. Die Kosten sollen sich zwischen Hausbaufirma und Stadt 60 zu 40 verteilen: 145.000 Euro bleiben am Bauträger hängen, 97.000 an der Stadt.

Wie in einem Getto fühlt man sich auf der Industriebrache an der Brückenstraße. Die Hallen und Büros sind weitgehend beschädigt oder gar verwüstet. Manche Hallen werden vereinzelt noch von Speditionen genutzt. Hier sollen die 63 neuen Hauseinheiten für junge Familien entstehen. Abrissbeginn ist im Herbst.

Einen solchen Handel hat die Stadt auch schon mit der Werner Wohnbau gemacht. Das Unternehmen überträgt zwei kleine Flächen (23 Quadratmeter) kostenlos an die Stadt und beteiligt sich mit 60 000 Euro an der Umgestaltung der Brückenstraße. Die Stadt trägt die restlichen Kosten von rund 40 000 Euro. Dabei geht der Magistrat davon aus, dass der Straßenbau 130 Euro pro Quadratmeter kostet. Der Bauträger verpflichtet sich auch, für die Privatstraße zwischen den Häusern ein öffentliches Geh- und Fahrrecht im Grundbuch eintragen zu lassen. Dann kann zum Beispiel die Müllabfuhr die Privatflächen befahren, ohne Ärger mit Anliegern zu bekommen. (bp)

Quelle: op-online.de

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