Buchhandel und Büchereien heißen Buchmesse willkommen

Rodgau im Zeichen des Eiffelturms

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Rodgau - Während in Frankfurt die Buchmesse das Gastland Frankreich in den Fokus rückt, heißen auch örtliche Buchhändler und die städtischen Büchereien die Buchmesse willkommen. Sie unterbreiten Kunden auf speziellen Tischen auf die Messe zugeschnittene Angebote. Von Bernhard Pelka 

Frankreich ist Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Mehr als 180 Autorinnen und Autoren auf der Messe und in der Stadt, 555 Neuerscheinungen, zahlreiche Events sowie ein Hausboot für die Literatur erwarten die Gäste. Gute Lesetipps zur Messe finden Literaturfreunde aber auch im örtlichen Handel und in den städtischen Büchereien.

Buchhändler Thomas Abbenhaus (Jügesheimer Bücherstube) empfiehlt den „Blade Runner“ von Philip K. Dick. Nicht nur, weil eine aktuelle Version dieses Klassikers derzeit in den Kinos läuft, sondern weil er die neue Übersetzung des Buchs von 1968 äußerst spannend und gelungen findet. „Realität und Fiktion werden meisterhaft miteinander verwoben“, schwärmt der Bücherfreund. Wie menschlich können Androiden sein? Auf diese Kernfrage des Buchs gibt der Autor verschiedene Antworten. Und was ist der Lesetipp zum Gastland Frankreich? Das aktuelle Buch von Ulrich Wickert: „Frankreich“. „Er schreibt ohnehin sehr charmant. Ich kenne keinen, der mir dieses Land so nahe bringt wie er“, wirbt Abbenhaus.

Katharina Rodriguez hat in ihrer Buchhandlung (Gartenstadt Bücher Nieder-Roden) einen Buchmessetisch mit spezieller Lektüre zusammengestellt. Sofort geht ihr Griff zu Emmanuelle Pirottes Werk „Heute leben wir.“ Darin geht es um die fesselnde Geschichte eines jüdischen Mädchens, das ausgerechnet mit einem Nazi-General eine enge Vater-Kind-Beziehung aufbaut. Empfehlenswert ist für Katharina Rodriguez überdies „Die Seefahrerin“ von Catherine Poulain – die markante Lebensgeschichte einer ungewöhnlichen Frau, die sich auf See in einer Männerwelt beruflich etabliert.

Büchereimitarbeiterin Birgit Wünsch und ihre Kolleginnen haben in Dudenhofen ein Frankreich-Fenster gestaltet.

Dass Frankreich das Gastland der Buchmesse ist, freut die Leiterin der Öffentlichen Bücherei der Evangelischen Kirchengemeinde Dudenhofen sehr, da sie Frankreich selbst schon mehrfach bereist hat. Manuela Dutiné und ihre Kolleginnen haben auf der Fensterbank in der Bücherei neben einem kleinen Eiffelturmmodell einige Bücher, die allesamt mit Frankreich zu tun haben, drapiert.

Besonders gerne gelesen werden die Romane von Nicolas Barreau: „Das Lächeln der Frauen“ und „Paris ist immer eine gute Idee“ (Piper Verlag). Das gilt auch für die Romane der Bestsellerautorin Jojo Moyes „Nachts an der Seine“ und „Die Tage in Paris“ (Rowohlt Taschenbuch-Verlag). Ausleihrenner sind die Krimis von Jean-Luc Bannalec. Hinter dem französischen Pseudonym verbirgt sich ein deutscher Autor mit sehr guten Kenntnissen der Bretagne, erschienen im Kiwi-Taschenbuch-Verlag. Und ganz neu in der Bücherei: die Hörbücher (Der Audio Verlag).

Ebenfalls viel französisches, und vor allem kulinarisches Flair verbreitet der schottische Autor Martin Walker mit seiner Krimi-Reihe um Bruno, Chef de Police, die im Perigord angesiedelt ist. Der Autor wird selbst auf der Buchmesse sein und liest am Sonntag, 15. Oktober, mit Hilfe eines Übersetzers in Obertshausen ab 19.30 Uhr im Bürgerhaus aus seinem aktuellen Krimi „Grand Prix“ (Diogenes).

OP unterwegs auf der Frankfurter Buchmesse 2017

Desweiteren findet man auch Klassiker der französischen Literatur wie „Madame Bovary“ von Gustave Flaubert oder „Der Fremde“ von Albert Camus. Neu angeschafft wurde der viel gelobte Roman der Autorin Leila Slimani „Dann schlaf auch du“. Der Roman, der sich wie ein Thriller liest, erzählt von einer Kinderfrau, die die ihr anvertrauten Kinder tötet. Er ist Drama, Familiengeschichte und Gesellschaftsroman zugleich.

Das Eiffelturmmodell hat Manuela Dutiné übrigens in der Buchhandlung Gartenstadt Bücher entdeckt. Buchhändlerin Katharina Rodriguez hat damit ihre Auswahl zur Buchmesse dekoriert. „Der Limes Verlag hat ihn mir auf meine Bitte hin geschickt“, freut sich Manuela Dutiné. Eins ihrer persönlichen Lieblingsbücher ist der Roman „Suite Francaise“ von Irene Nemirovsky – ein Buch über die deutsche Besatzung Frankreichs im zweiten Weltkrieg.

Quelle: op-online.de

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