„Rodgauer Art“

Entschuldigung bei der Natur

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Rodgau - Es lebe die Vielfalt: „Rodgauer Art“ im Bürgerhaus lädt wieder zum Entdecken ein. Von Simone Weil

Herbst und Winter scheinen wie gemacht für Ausstellungen. Es zieht es einen nach Drinnen, vor allem wenn dort leuchtende Farben und die unterschiedlichsten Künstler locken. Mit einem riesigem Spektrum kreativen Ausdrucks kann die aktuelle „Rodgauer Art 14“ im Bürgerhaus Nieder-Roden dienen. Vielfalt ist Programm. Das Motto: Kunst macht Spaß und es gibt viel zu entdecken. Mit 62 Ausstellern sind es so viele wie nie, die ihre Arbeiten zeigen. Gleichzeitig steigt offensichtlich auch das Interesse des Publikums, sich Gemälde, Zeichnungen, Objekte, Skulpturen und Installationen anzuschauen. Darüber freut sich auch Gabriele Ziegler von der Agentur für Kultur, Sport und Ehrenamt (AKSE), die mit ihren Kollegen für die Organisation des Kunstfestes zuständig ist: Die ASKE-Mitarbeiterin hat bei der Eröffnung an die 300 Besucher gezählt.

„So groß war das Interesse noch nie“, sagt sie. Dass die Gäste sich im zur regionalen Galerie umfunktionierten Bürgerhaus sichtlich wohlfühlten, belegen auch die 64 Flaschen Sekt, die bei der Vernissage geleert wurden. Doch das Publikum war nicht nur in Feierstimmung, die Besucher hätten sich auch sehr lange und interessiert umgeschaut und mit den Künstlern gesprochen, hat Gabriele Ziegler beobachtet. Bei der Kontaktaufnahme helfen übrigens die Namensschildchen, an denen die Aussteller zu identifizieren sind: So lässt es sich leichter ins Gespräch kommen. Wer anregenden Austausch sucht und neue Arbeiten entdecken will, ist bei der 40. Auflage der Kunstschau richtig. Wer auch etwas kaufen will, hat sich entweder eine Visitenkarte seines Favoriten eingesteckt oder den Ausstellungsprospekt gekauft, der alle Künstler samt Kontaktdaten verzeichnet.

„Rodgauer Art“ 2014

„Rodgauer Art“ 2014 

Mit zwei Führungen helfen die Veranstalter dem Publikum dabei, einen Überblick über die unterschiedlichen Werke zu bekommen: Dieses Angebot kommt gut an und wird auch gern genutzt. Denn es gibt allerlei Anstöße zum Nachdenken: Friedhelm Meinaß etwa malt Bäume, weil man die nicht absägen kann – quasi als Wiedergutmachung an der Natur. Dafür trägt der Rodgauer dick auf: Seine Farbschichten haben Struktur, scheinen manchmal direkt mit der Tube aufgestrichen worden zu sein. „Menschenrechte“ sind ein Thema des Rodgauer Künstlers Gerd Steinle. Er hat in den ausgestellten Arbeiten dafür das Sinnbild des stummen Schreies gefunden, der dem Betrachter in Skulpturen und einem Gemälde begegnet.

Skurriles, Abseitiges oder Witziges interessiert Gudrun Gottstein, deren Ölbilder oft Momentaufnahmen einer besonderen Situation sind: Dramatische Bewegungen interessieren die in Babenhausen lebende Künstlerin wie in ihrem Bild der Balletttänzer. Wie zart, filigran oder fast zerbrechlich das Material Holz sein kann, demonstriert Reinhold Mehling im Foyer: Wie Häute hängen seine Skulpturen auf einem Bügel. Abstrakte Gemälde stellt Ralf Wohlleben aus: In Mischtechnik auf Holz bezieht er die unterschiedlichen Strukturen des Untergrunds ein. Ach ja: Wer diesmal nicht dabei sein konnte, sollte sich die Rodgauer Art fürs nächste Jahr vormerken.

Quelle: op-online.de

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