Rodgauer auf Expansionskurs

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Volker Weber (links) und Manfred Hahn zeigen Tomaten, die die Fruchhandels GmbH verkauft. Etwa 500 Kunden werden beliefert. Zu ihnen gehören Hotels und Kindergärten.

Rodgau - Der Wettbewerb zwischen den Obst- und Gemüsehändlern in der Region ist hart. Mit Qualität und speziellen Angeboten will sich ein Rodgauer Unternehmen von der Konkurrenz absetzen. Von Marc Kuhn

Tomaten, Ananas, Kartoffeln, Papayas, Mangos, unzählige Arten von Pilzen - das Angebot in den Hallen der Weber Fruchhandels GmbH in Rodgau-Weißkirchen ist wahnsinnig groß. „Ein Gedicht“ schwärmt Manfred Hahn, der 75-Jährige gilt als Urgestein in der Branche. Vom „Opa“ spricht Volker Weber, Geschäftsführer des Unternehmens. Sein wirklicher Großvater hat Kunden mit Kartoffeln per Kutsche versorgt, der Vater eine Supermarktkette mit Erdäpfeln. Das reichte Weber nicht, als er 1995 das Geschäft übernahm. Heute ist es spezialisiert auf Gastronomie und Hotels. Obst, Gemüse und exotische Früchte werden angeboten.

Sein Fachwissen hat der gelernte Einzelhandelsfachmann sich beim „Opa“ angeeignet. Etwa 45 Jahre hatte dieser Obst und Gemüse ausgeliefert. Als zu viel Technik in der Branche Einzug hielt, übergab Hahn 2001 das Geschäft an den heute 37-Jährigen, der dem „Opa“ etwa zwei Jahre über die Schulter schaute. Eigentlich habe Hahn nur für eine kurze Übergangszeit mitarbeiten wollen. Er steht noch tagtäglich in den Hallen, in denen laufend Fahrer die vorsortierten Früchte abholen. „Das ist mein Leben, das Obst.“ In den ersten Jahren habe er mit einem alten Lastwagen die übernommenen sieben Kunden beliefert, erinnert sich Weber. Dann startete er seine Expansion. Heute zählt er rund 500 Kunden, „Tendenz steigend“, wie „Opa“ berichtet. „Der Volker hat sich emporgearbeitet.“ 15 Lkw und drei Sprinter liefern die Waren aus, die unter anderem in neun Kühlhäusern lagern. „Wir sind groß geworden, aber familiär geblieben“, erklärt Weber, der ständig auf Achse ist und ein Bett in den den Hallen stehen hat. Und: „Wir expandieren weiter.“ Das Geschäft wird ausschließlich durch Kundenempfehlungen vorangetrieben.

„Bei uns gibt es keinen Anrufbeantworter“

„Bei uns gibt es keinen Anrufbeantworter“, erklärt Weber. In seinem Unternehmen, das etwa 70 Menschen beschäftigt, sei sieben Tage in der Woche das Telefon besetzt. Die Kunden sind im ganzen Rhein-Main-Gebiet. Einige werden auch außerhalb der Region über eine Speditionen beliefert. Von einem starken Wettbewerb in der Branche spricht Weber. Über Preis, Leistung und Qualität will er sich von der Konkurrenz absetzen. In der Hauptsaison verarbeitet und liefert die Firma vor allem regionale Produkte aus. Obst und Gemüse werden aber auch direkt aus Holland, Spanien und Frankreich importiert. Großen Wert legt Weber auf den persönlichen Kontakt zu den Lieferanten. So ist er auch schon mal nach Kolumbien und Thailand gereist, um sich einen Eindruck vor Ort zu verschaffen.

Seit sieben Jahren stellt die Fruchhandels GmbH in den 4000 Quadratmeter großen Hallen auch eigene Produkte her - zum Beispiel fertige Salate und Obstspieße. Auf Kundenwunsch und jeden Tag frisch, sagt Weber. Er beliefert Hotels, Gaststätten, Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Cateringfirmen sowie Obst- und Gemüsehändler. „Alles sieht aus, als wenn die Kunden es selbst gemacht haben. Das ist unser Erfolgsrezept.“ Zudem verlassen täglich drei Tonnen fertig geschnittenes Obst und Gemüse sowie sowie Feinkost und Dressings das Haus.

Für Hotels bietet das Fruchhandels-Unternehmen auch Exoten-Schulungen an. Schließlich haben vor allem Auszubildende häufig keine Ahnung davon, wie exotische Früchte schmecken und verarbeitet werden können.

Seit 2008 ist seine Firma im Rodgau ansässig. Vorher hatte sie ihren Sitz in Münster im Kreis Darmstadt-Dieburg. „Ich musste expandieren“, sagt der Geschäftsführer. Die Kommune habe aber Schwierigkeiten bereitet. Das Areal im Rodgau in der Röntgenstraße habe er per Handschlag übernommen.

Quelle: op-online.de

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