Alles für das liebe Vieh

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Auf dem modernen Hof im Jügesheimer Feld machen Vater und Tochter gemeinsame Sache.

Rodgau - In Milchviehbetrieben von heute geht es zu wie in einer modernen Fabrik. Zum Beispiel erleichtern Melk-Roboter den Bauern die Arbeit. Landwirt Harald Löw und seine Tochter Svenja besitzen zwei solche Maschinen. Tochter und Vater leiten den Hof im Jügesheimer Feld. Von Bernhard Pelka

Jetzt haben sie kräftig ausgebaut. Der neue Stall, der eine Verdoppelung des bisherigen Viehbestands erlaubt, ist seit 14 Tagen in Betrieb.

Die Kälber im neuen Stall haben es nicht nur Svenja Löw besonders angetan.

Auch wenn Familie Löw moderne Technik nutzt, stehen auf dem Hof Tier und Mensch im Mittelpunkt. „Man muss schon mit dem Herz dabei sein, sonst schafft man’s nicht“, beschreibt Harald Löw das immense Arbeitspensum.

Das scheut auch seine Tochter nicht. Im Juli 2011 absolvierte sie ihre Prüfung zur Landwirtin. Ab 27. August wird die 20-Jährige in der Technikerschule Griesheim eine weitere Ausbildung absolvieren, um die Landwirtschaft Löw GbR dann später als Betriebswirtin noch fachkundiger unterstützen zu können. „Buchhaltung, Investitionsrechnung und Kalkulation stehen in Griesheim auf dem Stundenplan“, berichtet die junge Bäuerin von dem, was sie die nächsten zwei Jahre erwartet. Nebenbei wird sie noch im Betrieb ackern.

Den Kühen macht es wenig aus

Der neue Stall ist in offener Bauweise ohne Seitenwände und mit einem offenen First errichtet worden. Den Kühen macht das am wenigsten aus. „Die mögen Kälte lieber als die Hitze“, weiß Harald Löw. „Nur wir müssen uns im Winter eben wärmer anziehen, wenn wir im Stall arbeiten.“

Das luftige Gebäude mit der schönen Holzfront ist 37,5 Meter lang und 27 Meter breit. Baubeginn war am 26. Januar dieses Jahres. Mit dem Ausbau des Hofs steigt die Zahl der Tiere: 150 Kühe plus der weiblichen Nachzucht sind es derzeit. Dieser Zuwachs soll die Jahresproduktion auf 1,2 Millionen Liter Milch steigern. „Trotzdem sind wir noch ein reiner Familienbetrieb“, betont Löw. Und in dem packen auch Tochter Desiré und Frau Martina regelmäßig kräftig an.

Melk-Roboter pumpen Milch ab

Noch einmal zurück zum Melk-Roboter. Das ist eine raffinierte Maschine, die wie ein Käfig aussieht. Angelockt von Kraftfutter, betritt die Kuh die Maschine. Dann reinigt ein hydraulischer und von Laserstrahlen gesteuerter Arm die Zitzen, hängt die Saugvorrichtung („Zitzenbecher“) an und beginnt zu pumpen.

Die Kuh hat einen Transponder am Hals mit allen wichtigen Daten, die der Computer speichert. Ganz genau registriert die Melk-Maschine zum Beispiel die abgegebene Menge. Sobald der Milchfluss aus dem Euter nachlässt, hört der Computer auf, abzuzapfen.

Auch wenn der Neubau gut gelungen ist, treibt Landwirt Löw eine Sorge um. „Täglich werden in Hessen sechs Hektar Land der Landwirtschaft durch Neubaugebiete oder andere Projekte entzogen. Wir verlieren unsere Lebensgrundlage. So geht’s nicht weiter.“

Quelle: op-online.de

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