Hessen-Variante des Modegetränks entwickelt

Eigener Gin aus dem Baukasten

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Den Gin zum Selbstmixen im Baukasten haben Andy Sanders (links) und Jorin Karner erfunden. Außerdem auch eine Hessen-Variante mit Apfelaroma in der Tonflasche mit typischer Bembeloptik. Als Gruß an ihre hessische Heimat prosten sich die beiden Jungunternehmer auf dem Eisernen Steg in Frankfurt zu.

Nieder-Roden - Feine Apfelnote, zartes Hibiskus- und Orangenaroma oder doch lieber der Geschmack von rotem Pfeffer: Zwei findige Jungunternehmer aus Rodgau haben Erfolg mit ihren originellen Gin-Kreationen, die sie in ausgewählten Läden in Frankfurt und Rodgau anbieten sowie über ihren eigenen Versandhandel vertreiben. Von Simone Weil 

Im Lauf der Zeit hatten Jorin Karner und Andy Sanders selbst schon einige Ginsorten getestet, bis sie auf die Idee kamen, die angesagte Spirituose zu verfeinern und experimentierten mit Kräutern, Piment oder Pfeffer. Weil ihnen das Ausprobieren so viel Spaß gemacht hat, wollten sie andere an eben diesen spannenden Versuchen teilhaben lassen. So entstand der Baukasten „Private Gin“, mit dem man sich seinen individuellen Gin kreieren kann: Mit Hilfe von acht Zusätzen, den sogenannten Botanicals, wird der Basis-Alkohol verfeinert. Das Beste: Es gelingt immer. „Das ist narrensicher“, schwört Jorin Karner.

Stolz ist der 30-Jährige darauf, dass sie bei ihrem Gin-Baukasten – im Unterschied zu weiteren Mitbewerbern – gleich alles mitliefern: den hochwertigen Alkohol, die Zusätze, Trichter und eine Karaffe für die selbst gebrauten Spirituose. Das Set für 49,95 Euro eignet sich also ideal als Geschenk für Gin-Liebhaber. In der Vorweihnachtszeit zeigt sich schon, wie gut die Idee ist, denn die Nachfrage sei stark gestiegen, berichtet Karner, der bereits seit einigen Jahren in Nieder-Roden einen Versandhandel für Getränke betreibt.
Außerdem steckt er mit Sanders und seinem Bruder Nikias Karner auch noch hinter dem Unternehmen „Casino4Home“ (wir berichteten). Über die Vox-Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ hatten die drei Männer vor gut einem Jahr nach Finanziers für ihr expandierendes Unternehmen gesucht.

Warum der hauptberuflich als Flugbegleiter tätige Bruder beim aktuellen Projekt nicht mit an Bord ist? Eigentlich ganz einfach: Er trinkt keinen Alkohol. Er kann also nicht probieren und das Erzeugnis nicht überzeugend an die Kundschaft bringen. Deswegen arbeiten Jorin Karner und Andy Sanders (35) in Sachen Gin also als Duo. Und als eben dieses haben sie auch den „Bembel-Gin“ (34,95 Euro) erfunden: Vom hessischen Nationalgetränk Apfelwein inspiriert, wurden sie bei der Streuobstwiesenfrucht fündig: In der Nase meldet sich zunächst einmal das fruchtige Apfelaroma, das sich im Glas „mit Tonic oder einer Grapefruitlimonade aufs Schönste verbindet“, wie Jorin Karner schwärmt. Das sei vor allem etwas für diejenigen, denen Tonic Water zum herkömmlichen Gin bisher zu bitter war.

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Um Lokalpatriotismus zu beweisen, kommt die Spezialität stilecht in einer Tonflasche mit Bembeloptik daher. Und: Karner ist immer stolz, wenn ihm die eigenen Produkte in einer schicken Bar begegnen oder es wie neulich bei Märkten und Messen ganz viel positive Feedbacks von der Kundschaft gibt. „Das fehlt halt im Versandhandel“, sagt der Jungunternehmer.

Was ist das richtige Tonic zu welchem Gin? Auch Jorin Karner will keine Wissenschaft aus dieser Frage machen. Er geht ganz pragmatisch an die Fragestellung heran und findet ganz lapidar: „Hauptsache, es schmeckt.“ Während der Erfolg der beiden Geschäftsideen sich gerade abzuzeichnen beginnt und auch die eine oder andere Firma sich für eine kleinere Baukasten-Variante als Weihnachtspräsente für ihre Kundschaft interessiert, hecken die beiden Rodgauer Jungunternehmer schon wieder neue Pläne für eine weitere Innovation aus. Verraten werden soll aber noch nichts, außer dass Karner sagt: „Noch ein Gin wird es wohl nicht werden.“

Infos unter www.private-gin.de und www.bembelgin.de

Quelle: op-online.de

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