Rodgauer Magistrat berät

Häuser für Flüchtlinge gesucht

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Rodgau - Mit möglichen Unterkünften für Flüchtlinge befassen sich heute die Stadtverordneten im Sozial- und Kulturausschuss. Der Magistrat will eine Liste an Gebäuden und Grundstücken vorstellen, die sich zur Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften eignen.

Der Kreis Offenbach, der für die Unterbringung von Asylbewerbern zuständig ist, will die Flüchtlinge ab 2014 den Städten und Gemeinden zuweisen. „Das ist eine Aufgabe für die gesamte Bürgerschaft“, sagte Erster Stadtrat Michael Schüßler gestern vor der Presse. Die Stadt Rodgau wolle sich der gesetzlichen Verpflichtung nicht entziehen. Das sei nicht nur eine organisatorische, sondern vor allem eine humanitäre Frage.

Bisher ging der Magistrat davon aus, dass im nächsten Jahr etwa 80 bis 90 Flüchtlinge in Rodgau ankämen, wie Bürgermeister Jürgen Hoffmann berichtet. Der Kreis korrigiere seine Prognosen fortlaufend nach oben, so Schüßler. Nach jüngsten Angaben seien im kommenden Jahr 130 Menschen in Rodgau unterzubringen.

Der Magistrat strebe einen Konsens bei der Auswahl von Grundstücken und Gebäuden an, betont Bürgermeister Hoffmann. Es gelte aber auch einen breiten Konsens in der Bevölkerung zu erreichen, um die Flüchtlinge in Rodgau nicht nur unterzubringen, sondern auch aufzunehmen. Das sei eine Frage der Menschlichkeit „in einer kultivierten und sozialen Gesellschaft“. Eine allzu große Gemeinschaftsunterkunft scheidet für Hoffmann ebenso aus wie die Unterbringung in einem abseits gelegenen Gewerbegebiet.

Eckpunkte für die Größe einer solchen Unterkunft nennt Bau- und Sozialdezernent Michael Schüßler. Die Einrichtung solle nicht mehr als 50 bis 70 Menschen aufnehmen. Es sei aber auch unpraktikabel, Flüchtlinge zu dritt in einzelnen Wohnungen unterzubringen: Wenn die Standorte so weit verteilt seien, könne der Kreis die Betreuung der Menschen nicht sicher stellen.

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Der Magistrat will laut Hoffmann und Schüßler Vorschläge unterbreiten, die in der Bevölkerung umsetzbar sind. Es sei Sache der Stadtverordneten, politisch darüber zu befinden. Die Diskussion soll heute beginnen. Der Sozial- und Kulturausschuss tagt um 19.30 Uhr.

eh

Quelle: op-online.de

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