Rodgauer Prunkstück in Tirol

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Rodgauer Prunkstück in Tirol - Fast 350 Jahre altes Gewehr des Stammvaters der Familie Kratz ist in Dudenhofen wieder aufgetaucht

Dudenhofen/Tirol ‐ Für den Dudenhöfer Heimatforscher Manfred Resch ist es eine „Sensation“. In Tirol ist das 1663 von einem Büchsenmacher hergestellte Gewehr von Hans Kratz aus Dudenhofen wieder aufgetaucht.  Von Bernhard Pelka

Hans Kratz gilt als Stammvater aller Mitglieder der großen Dudenhöfer Kratz-Familie. Er war der erste Bürger, der am Ende der Wirren des 30-jährigen Krieges 1642 in die verwüstete Gemarkung Dudenhofen zurückkehrte und dort Ackerbau betrieb. Von 1671 bis 1688 war Hans Kratz dann Schultheiß.

Rodgauer Prunkstück in Tirol - Fast 350 Jahre altes Gewehr des Stammvaters der Familie Kratz ist in Dudenhofen wieder aufgetaucht

Wie das reich von Einlegearbeiten verzierte Lunten-Radschlossgewehr nach Tirol gelangte, ist nicht mehr nachvollziehbar. Unsere Zeitung hatte zwar Kontakt zum jetzigen Besitzer. Er möchte aber nicht namentlich in der Zeitung genannt werden und teilte lediglich mit, er habe das kostbare Stück von einem Bekannten. Dieser wiederum hatte es im September 2004 beim Kunstauktionshaus Schloss Ahlden aus einer Nachlassversteigerung erworben. Das Auktionshaus gibt keinerlei Details über die Herkunft des Gewehres und über den Kunden preis. Nur soviel steht fest: Das wertvolle Unikat ist nach der Restaurierung inzwischen so gut wie neu und voll funktionsfähig.

Gewehr von Hans Kratz wieder aufgetaucht

Manfred Resch geht in seinem Buch „Unsere Kirche - unsere Heimat“ auf die dunkle Zeit des 30-jährigen Krieges ein. Er schildert, dass „der Dudenhöfer Landwirt Hans Kratz“ in seinem leider verschollenen Handbuch beschrieben habe, „dass sich in jener Zeit eine Menge Hunde von den toten Körpern der Menschen genährt“ und die Gassen unsicher gemacht hätten. 168 Dudenhöfer flohen in diesen schlimmen Jahren mit Pfarrer Perschbacher nach Babenhausen, weil sie dort Schutz suchten. Der heutige Besitzer des Gewehres vermutet, dass die auf dem Schaft abgebildeten Gebäude die Burg in Babenhausen darstellen sollen. Das Wappen (rechts im Bild), das sich ebenfalls auf dem Gewehr befindet, lässt hingegen keine Fragen offen. Es ist Manfred Resch zufolge das Familienwappen der Kratzens.

Quelle: op-online.de

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