Anhörung im Fünf-Minuten-Takt

Rodgauer Schulen am Limit: Noch keine Lösung

Rodgau - Die Anhörung zum Schulentwicklungsplan des Kreises hat am Dienstag aus Rodgauer Sicht wenig Neues gebracht. Der Plan enthält für die nächsten sechs Jahre keine konkreten Bauvorhaben, obwohl zwei Schulen in Hainhausen bereits jetzt aus den Nähten platzen. Von Ekkehard Wolf

Der starke Einwohnerzuwachs in Rodgau schlägt sich in der Schulbauplanung für die Jahre 2018 bis 2024 nicht nieder. Die Schülerprognose des Kreises Offenbach basiert nicht auf aktuellen Zahlen und den Neubaugebieten der nächsten Jahre. Stattdessen rechnet der Kreis mit Daten des Statistischen Bundesamtes und einem angenommenen Wachstum um vier Prozent im Jahr.

Die Schieflage zwischen Theorie und Praxis zeigt sich besonders in Hainhausen. Sowohl die Münchhausenschule (Grundschule) als auch die Geschwister-Scholl-Schule (5. bis 10. Klasse) arbeiten am äußersten Rand ihrer Kapazität. Ein weiterer Anstieg der Schülerzahlen ist in den nächsten Monaten zu erwarten, wenn die Häuser in den Neubaugebieten Brückenstraße und Hainhausen-West bezogen werden.

Um die größte Raumnot zu beheben, will der Kreis in den Sommerferien zwei Containerräume an der Scholl-Schule aufstellen. Die Container sollen dort drei Jahre stehen. Wie es danach weitergehen soll, lässt sich dem Schulentwicklungsplan nicht entnehmen.

Auch für die Georg-Büchner-Schule in Jügesheim sind keine Baumaßnahmen vorgesehen. Sie soll in den nächsten fünf Jahren um 250 Schüler wachsen, obwohl ihre Kapazitätsgrenze erreicht ist. Einen Ausweg aus diesem Dilemma nennt der Schulentwicklungsplan nicht.

Diese und andere zentrale Punkte aus der städtischen Stellungnahme zum Plan nannte Erster Stadtrat Michael Schüßler am Dienstag im Schulausschuss. Viel Zeit hatte er dafür nicht. Jedem Redner wurden nur fünf Minuten zugestanden. Die Anhörung war nach einer Stunde vorbei. Aus den fünf Ostkreis-Kommunen ergriff lediglich eine Schulleiterin (aus Seligenstadt) das Wort. Die Städte Rodgau, Rödermark und Seligenstadt waren mit Bürgermeister oder hauptamtlichem Stadtrat vertreten.

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Ausschussvorsitzende Gisela Schmalenbach hätte sich mehr Originalton aus den Schulen gewünscht. „Lehrer haben eine ganz andere Perspektive“, sagte sie gegenüber unserer Zeitung. An den Anhörungen für den Westkreis und die Mitte des Kreises hätten sich mehrere Rektoren beteiligt. Es sei dem Ausschuss wichtig, „dass wir aus ihrem Mund hören, welche Probleme sie haben“. Die Gründe für das Schweigen der Rodgauer Schulen kenne sie nicht.

Notwendige Schulbauten in Rodgau waren bereits vor einigen Monaten das Thema einer Gesprächsrunde mit Landrat Oliver Quilling. Mit am Tisch: die Leiter der drei Gesamtschulen sowie Bürgermeister und Erster Stadtrat.

Rodgaus Bildungsdezernent Michael Schüßler appelliert an den Kreis, die Gespräche nicht abreißen zu lassen. Es gehe um die Rodgauer Kinder und nicht um Politik. Schüßler: „Ich bin den Streit leid.“

Am Dienstag, 12. Juni, berät der Schulausschuss des Kreises über Konsequenzen aus der Anhörung. Der Kreistag entscheidet am 20. Juni über den Schulentwicklungsplan – möglicherweise mit der einen oder anderen Änderung.

Quelle: op-online.de

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