Nicht benutzte Hundekotbeutel

Die Nase voll von Ekelmeilen

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Den Kindern des städtischen „Kinderhauses unter dem Regenbogen“ stank es: Immer wieder hatten sie sich über die vielen Hundehaufen auf dem Grünstreifen entlang des Alten Seeweges geärgert. Eine Abordnung macht sich auf zur Kinder- und Jugendsprechstunde von Erstem Stadtrat Jörg Rotter (links).  

Rodgau/Rödermark - Den Kindern des städtischen „Kinderhauses unter dem Regenbogen“ stank es: Immer wieder hatten sie sich über die vielen Hundehaufen auf dem Grünstreifen entlang des Alten Seeweges geärgert; dort, wo sie immer auf dem Weg zum Spielplatz unterwegs sind, wo sie auch gerne im Entwässerungsgraben spielen.

Und so machte sich Anfang März eine Abordnung auf zur Kinder- und Jugendsprechstunde von Erstem Stadtrat Jörg Rotter. Mitgebracht hatten sie nicht nur ihre Beschwerde, sondern auch ein Plakat, das die Hundehalter in witziger Form mahnt, doch die Hundebeutelstation und die Abfallkörbe zu nutzen: „Kack!“, „Sack!“, „Pack!“, „Zack!“ – so einfach kann es sein, die Mitmenschen von „Hundekacka“ zu verschonen. Der Erste Stadtrat versprach, sich um die anrüchige Angelegenheit zu kümmern. Bei einem Ortstermin in der vergangenen Woche mit Kindern, Erzieherinnen und mit einem Mitarbeiter der städtischen Bauverwaltung wurde angesichts der unzähligen Tretminen deutlich, dass der Standort für die Hundebeutelstation am Ende des Weges wohl falsch gewählt worden war.

Kurz und knackig formuliert haben Kinder, wie die Kotbeutel und Abfallkörbe genutzt werden sollten.  - Foto: p

Noch am gleichen Tag ging der Auftrag an die Kommunalen Betriebe heraus, die Station näher an das Wohngebiet zu versetzen und am bisherigen Standort einen Abfallkorb zu installieren. In der Hoffnung, dass sich die Hundehalter entsprechend um die Geschäfte ihrer Vierbeiner kümmern und den Kindern die Ekelmeile in unmittelbarer Nähe ihres Kinderhauses künftig ersparen.
Ob Rodaupark, entlang der S-Bahn oder neben so mancher anderer Ekelmeile: Die Gassigeher haben ihre Lieblingsstrecken, an denen sie ihre Tiere ausführen. Die rücksichtslosen Frauchen und Herrchen, die ohne Kotbeutel unterwegs sind, stellen sicher die Minderheit dar. Die meisten Halter haben sich – nicht zuletzt auch wegen der sozialen Kontrolle – längst angewöhnt, nur noch mit Plastiktüte unterwegs zu sein.

Allerdings sind auch solche darunter, die das an sich einfache Prinzip noch nicht richtig verstanden haben: Die Tüte ist dafür gedacht, den Hundehaufen aufzunehmen. um dann im Mülleimer zu landen. Das Plastiksäckchen ist nicht dazu da, um in die Gegend geschleudert zu werden – denn die Tüten verrotten nicht.

Gedankenlosigkeit oder ganz bewusste Ignoranz: Wenn der Vierbeiner in der Mitte des Bürgersteigs, direkt vor Hauseingängen oder auf dem Parkplatz am Feuerwehrhaus Rodgau-Nord sein Geschäft verrichten darf, ohne vom Zweibeiner daran gehindert zu werden, muss man schon an böse Absicht glauben. Ähnlich ist es auch bei den Baumscheiben rund um St. Nikolaus in Jügesheim oder an anderen Stellen im Stadtgebiet. Etwa wenn der Fiffi in die frisch hergerichteten Blumenbeete kackt, die eigentlich dazu gedacht sind, Bürgern Freude zu bereiten.

Leserbilder zum Welthundetag 2017 (Teil 2)

An vielen Gartentoren, die hinter dem grünen Rasen ins Freie führen, sind häufig mehr oder weniger liebevoll gestaltete Schilder zu sehen, die drauf hinweisen, dass dies eine Gartentür ist und kein Hundeklo. Es gibt viele Wege, die von vorne bis hinten übersät sind von Riesenhaufen. Wer dann unachtsam aus seinem Gartentörchen tritt, hat Ekliges am Schuh.

Weil die Tierhalter offensichtlich auch nicht vernünftiger werden, ist ständiger Zwist programmiert. Denn selten zeigen sich Angesprochen einsichtig und geloben künftig Besserung. (siw)

Quelle: op-online.de

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