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Der Glut-Mittwoch kann kommen

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Dr. Bruno Oertel, Inhaber der Jügesheimer Nikolaus-Apotheke, schenkt während der Hitzewelle an Kunden Mineralwasser aus und spendiert Erfrischungstücher.

Die 40 Grad können kommen. Mit kalten Waschungen und Mineralwasser an jeder Ecke wollen Altenheime ihre Bewohner durch den Glut-Mittwoch bringen. Auch Einzelhändler bieten Hitze-Service.

Rodgau/Rödermark – Ventilatoren blasen in das farbenfrohe Warenangebot von Anja Beller noch mehr Frische. Klar: Die Kundinnen sollen’s bei dieser Affenhitze so angenehm wir möglich haben. Sogar an die vierbeinigen Begleiter der Käufer denkt die Chefin von VIP Fashion and more: An der Eingangstür steht ein Napf voll frischen Wassers.

Erfrischung verschafft auch Apotheker Dr. Bruno Oertel der Kundschaft. Bei Bedarf schenkt er in seiner Nikolaus-Apotheke Mineralwasser aus und spendiert Feuchtetücher für Beine und Gesicht.

„Eine ganze Liste mit Maßnahmen bei Hitze“ hat Monika Hummel vorbereitet. Die Leiterin der Seniorenresidenz Haus Julia in Weiskirchen weiß um ihre Verantwortung. Besondere Fürsorge gilt gehandicapten Personen. Für sie stehen Ersatzzimmer in einem weitgehend beschatteten Gebäudeteil bereit. Ab etwa 28 Grad Zimmertemperatur können sie vorübergehend dorthin verlegt werden. Auch Fußwaschungen verschaffen Kühle.

Zu den Maßnahmen gehören aber auch Klassiker: Mineralwasser und Salzgebäck („Dessen Verzehr regt zum Trinken an.“) stehen an fast jeder Ecke bereit. Gelüftet wird weitgehend am frühen Morgen. Überflüssige Lampen (Hitzequellen) werden ausgeschaltet. In Zimmern liegen feuchte Tücher aus. Mitarbeiter verschaffen mit nassen Waschlappen Linderung. Alle Jalousien müssen runter. Dicke Bettwäsche ist passé. Der Speiseplan wird angepasst: Alternativ zu warmen Speisen gibt es Kaltschale, viel Melone, Smoothies, Brühe mit Mineralien. „Wer schlecht trinkt, dem bieten wir zusätzlich Wackelpudding an. Der enthält viel Feuchtigkeit“, erzählt die Residenzleiterin. „Und natürlich gibt‘s Eis.“ So hält es auch das Artemed Pflegestift an der Rodau. Die stellvertretende Pflegedienstleiterin Peggy Marder kündigt für Mittwoch zusätzliche Getränkerunden, kalte Waschungen und mehr an. Bettlägerige Bewohner werden in kühle Gemeinschaftsräume geholt. Und die Küche bereitet eine besondere Hitze-Kost zu. Mitarbeiter halten zum Wassertrinken an. Oberstes Gebot: Weg mit den Strickwesten – luftige Kleidung anziehen.

In Arztpraxen wird erwartet, dass ältere Patienten am Mittwoch früher zur Sprechstunde kommen als an gewöhnlichen Tagen. Alle wollen zuhause sein, sobald die Sonne richtig brennt. Gab es schon Terminverschiebungen? „Nein, alles ist voll“, plaudert Dr. Ingomar Naudts. „Bei uns ist aber auch klimatisiert.“ Der Arzt erinnert daran, dass nicht nur die Hitze den Menschen zu schaffen macht, sondern auch die enorm trockene Luft. „Es wird am Mittwoch kaum Kühlung geben“, dafür aber Mineralwasser in der Praxis.

Was machen Taxi- und Busfahrer? Die haben‘s vordergründig gut, weil ihre Fahrzeuge klimatisiert sind. „Aber wenn die Sonne so richtig durch die Scheibe brennt, ist das auch kein Vergnügen mehr“, weiß Taxiunternehmer Werner Weilmünster. Sein Bus-Kollege Nico Hain hat im Betriebshof einen Getränkeautomaten stehen. Daran dürfen sich Mitarbeiter das ganze Jahr kostenlos bedienen. Und bei der Stadt? Fallen dort am Mittwoch zum Beispiel die Streifengänge der Ordnungspolizei wegen der schlimmen Hitze aus? „Nein“, sagt Stadt-Sprecherin Sabine Hooke. Die Ordnungshüter laufen sogar in Uniform mit langer Hose. Nur das Hemd wird diesmal kurzärmelig sein. Ansonsten gilt auch am Glut-Mittwoch: Keine Nachsicht mit Falschparkern!

VON BERNHARD PELKA

Quelle: op-online.de

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