Erinnerungsstück an die Rollwaldkirche

Kirchfenster zu verkaufen

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Kirchenfenster zu verkaufen: Architekt Uwe Kollmenter (links) und Heribert Söllner vom Verwaltungsrat St. Matthias.

Rollwald - Wer möchte sein Haus mit einem Kirchenfenster schmücken oder daheim auf einer echten Kirchenbank sitzen? Die katholische Pfarrgemeinde St. Matthias macht’s möglich: Sie bietet ehemalige Einrichtungsgegenstände der Heilig-Kreuz-Kirche zum Kauf an.

Schon für 150 Euro kann man stolzer Besitzer einer Kirchenbank aus Nadelholz werden. Die Mosaikfenster aus Buntglas sind teurer: 250 Euro. Interessenten können schon mal zuhause nachmessen: Die Kirchenbänke sind 2,90 Meter lang, ein Fenster ist mitsamt Metallrahmen 112 mal 192 Zentimeter groß. Zwölf Fenster und 16 Bänke sind zu haben. „Bis jetzt ist noch alles da“, sagt Heribert Söllner vom Verwaltungsrat der Gemeinde. Das Angebot erscheint in der nächsten Ausgabe des Gemeindebriefs „Matthiasbote“.

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Als Zeichen der Erinnerung an den ehemaligen Kirchenpavillon werden vier der alten Fenster in den Neubau der Heilig-Kreuz-Kirche integriert. Architekt Uwe Kollmenter passte die Fensteröffnungen speziell dafür an. „Die anderen Fenster werden wir nicht mehr einbauen können“, so Söllner. Dies hat nicht nur gestalterische, sondern auch finanzielle Gründe: Das Bleiglasmosaik muss als Zusatzverglasung in die dreifach verglasten Wärmeschutzfenster eingearbeitet werden. Das erfordert teure Handarbeit.

Bessere Sitzqualität

Dass die Heilig-Kreuz-Kirche neue Sitzbänke bekommt, steht erst seit Dezember fest. Söllner: „Ursprünglich wollten wir die alten Bänke behalten, haben aber jetzt in Verhandlungen mit der Schreinerei einen Preis erzielt, der auch noch in unser Budget passt. Die Mehrkosten liegen nur bei etwa 4.000 Euro.“

Die Kirchengemeinde hatte bei zwei Schreinereien Angebote für die Aufarbeitung der Sitzbänke eingeholt. Einer der Betriebe hatte als Alternative neue Bänke aus einer anderen Holzart (Lärche) angeboten. „Das ist vielleicht sogar schöner“, meint Heribert Söllner. Zudem biete sich so die Gelegenheit, den Sitzkomfort zu erhöhen: „Wir werden versuchen, die Sitzqualität besser zu machen.“ Man wolle die Rückenlehne etwas neigen und den Abstand zwischen Sitz und Lehne vergrößern - ähnlich wie in der Matthiaskirche. Zudem seien Seitenteile in modernerer Form geplant, die mit dem Innenraum der Kirche harmonieren. Der Schreiner werde dem Bauausschuss am 15. Januar ein Muster eines solchen Seitenteils vorstellen.

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Die alten Sitzbänke und die Bleiglasfenster lagern zurzeit in einem Pavillon auf dem Kirchengelände. Die Gemeinde hofft, in den nächsten Wochen Käufer zu finden. Der Pavillon soll Ende Februar abgerissen werden.

Die Baukosten bleiben weiterhin innerhalb des gesteckten Rahmens von 800.000 Euro. Söllner spricht von „sehr sicheren Zahlen“: Die Aufträge seien zu 98 Prozent vergeben. Vom weiteren Zufluss an Spenden hänge es ab, ob die Pfarrgemeinde ein Bankdarlehen zur Finanzierung aufnehmen müsse oder nicht. Der Baufachmann im Verwaltungsrat: „Uns war völlig klar, dass wir in einem sehr engen finanziellen Rahmen handeln.“

Auch die geplante Bauzeit wird nach derzeitiger Sicht eingehalten. „An Ostern sind wir fertig“, betont Heribert Söllner. Die Weihe der Heilig-Kreuz-Kirche ist jedoch erst fünf Wochen später vorgesehen - am 25. Mai. Dabei richtet sich die Gemeinde nach dem Terminkalender des Mainzer Bischofs, Kardinal Karl Lehmann. 

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eh

Quelle: op-online.de

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