Mit dem Rad rund um Ostsee

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Fernfahrer Reinhard Wolf

Nieder-Roden ‐  Reinhard Wolf vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) zeigt stolz sein weißes T-Shirt mit den neun Landesflaggen darauf. Letzten Sommer umrundete der heute in Bruchköbel wohnende Rodgauer die Ostsee, und zwar mit dem Fahrrad. Er strampelte 8000 Kilometer! Von Andreas Pulwey

Sehr beeindruckt haben den 72-Jährigen seine Erfahrungen auf der dreimonatigen Tour. Fremdes Land, fremde Leute, die Schönheiten der Natur und die Kultur des alten, zaristischen Russlands haben sich bei dem Amateurradler stark eingeprägt.

„Ein Weltenbummler war ich schon immer“, schmunzelt Reinhard Wolf ein wenig über sich selbst. Sogleich fällt ihm seine berufliche Laufbahn bei der Lufthansa ein, die ihn in zahlreiche fremde Länder geführt hat. So sind seine früheren Radtouren, beispielsweise entlang der Nordsee von Belgien bis nach Santiago de Compostela in Spanien, fast die logische Konsequenz. Dabei müssen es nicht immer fremde Gefilde sein, die angesteuert werden. Für den ADFC bietet Wolf seit etwa acht Jahren Touren an, die am Rathaus starten und um die 80 Kilometer lang sind. Dabei lernt der Wahl-Hanauer viele nette Leute kennen.

Gutes Material ist Pflicht

Nett waren auch die Zeitgenossen auf seiner „Tour de Ostsee“. Von Polen führte sein Weg durch die baltischen Staaten, nach Russland, Finnland, Schweden und letztlich nach Dänemark. So lernte Wolf Menschen kennen, die ohne Aufforderung den Weg zur günstigsten Wechselstube wiesen; da war aber auch der Lette, der für eine Wegbeschreibung doch glatt einen Obulus verlangte.

„Die Polen waren sehr nett“, lobt Reinhard Wolf das östliche Nachbarland, dass das erste auf seiner Reise war - nach den deutschen Stationen Flensburg, Kiel und Travemünde. Und entlang der Kurischen Nehrung genoss der frühere Nieder-Röder die Schönheit der Natur entlang des Ostsee-Radwanderweges.

Einen Diavortrag über seine Fahrradreise hält Reinhard Wolf morgen, 4. Februar, um 19.30 Uhr im Sozialzentrum am Puiseauxplatz.

Ein Genuss war auch sein 3500 Euro teures Rad. Gutes Material ist Pflicht auf einer solchen Mammuttour. Ein schwingender Stahlrahmen und schwere, und deshalb robustere Schläuche und Reifen, brachten für ihn den Vorteil, auf 8000 Kilometern nur fünf Mal die Luftpumpe zur Hand nehmen zu müssen. Mit leichter Bereifung hat der Radsportler schlechte Erfahrungen gemacht. „Das kommt nicht mehr in die Tüte“, ist er sich heute sicher. Musste er doch vor Jahren bei seiner Tour nach Spanien 21-mal das Flickzeug bemühen. Bemühen musste sich der Radsportfreund auch auf durchschnittlich 85 Kilometern täglich, wobei die längste Tagestour in Finnland über 150 Kilometer von Oulu nach Tornio führte.

Zurück in heimischen Gefilden, macht Reinhard Wolf nun eine Pause von den Fernreisen. Aber 2012 Jahr wartet die Strecke Wien–Schwarzes Meer auf den „Radfernfahrer“, wie er sich selber gerne nennt.

Quelle: op-online.de

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