Runder Tisch zum Haushalt scheitert

Rodgau (eh) - Einen Runden Tisch zur finanziellen Lage der Stadt Rodgau wird es vorerst nicht geben. CDU und „Zusammen mit Bürgern“ (ZmB) scheiterten am Montag im Stadtparlament mit ihren Anträgen, die Abstimmung über den Haushaltsplan 2012 oder das Haushaltssicherungskonzept ins neue Jahr zu verschieben.

Karl-Heinz Dauth (Freie Wähler) betonte kurz und bündig: „Wir brauchen keinen Runden Tisch - wir sind der Runde Tisch!“. Als „dramatisch“ bezeichnete Clemens Jäger (CDU) die finanzielle Situation der Stadt, die wie viele andere Kommunen seit Jahren rote Zahlen schreibt. Allein die kurzfristigen Kassenkredite hätten sich innerhalb von vier Jahren auf 47 Millionen Euro Schulden aufgetürmt. Vor dem drohenden „Tsunami“ wolle man versuchen, „den Dampfer noch in letzter Minute auf einen anderen Kurs zu zwingen“. In vertraulicher Runde könnten Vertreter aller Fraktionen ihre Gemeinsamkeiten ausloten.

Wenn sich der Dampfer „Stadt Rodgau“ kurz vor der Kollision mit dem Schulden-Eisberg befinde, sei er in guter Gesellschaft, entgegnete Winno Sahm (Grüne) mit Blick auf den weitaus höheren Schuldenberg des Kreises Offenbach. Eine Gesprächsrunde hinter verschlossenen Türen lehnte er ab, da sie die Gefahr gezielter Indiskretionen eröffne. Sahm: „Sie wollen uns doch nur in Ihrem Boot haben, um nachher zu erzählen, wir hätten nicht mitgerudert oder seien nur Ballast gewesen. Da steuern wir doch lieber selbst und lassen Sie hinterherpaddeln oder seitlich abdriften, ganz wie Sie wollen.“

Bereits vor der für gestern Abend geplanten Haushaltsdebatte wurden am Montag die Haushaltsanträge von ZmB und dem Ortsbeirat Weiskirchen abgelehnt. ZmB scheiterte mit den Vorschlägen, die Entschädigungen für ehrenamtliche Kommunalpolitiker zu senken und den Bau des Familienzentrums am Alten Weg auf bessere Zeiten zu verschieben. Der Ortsbeirat wollte den Kaufpreis eines Bürostuhls für den Jugendtreff auf 150 Euro begrenzen.

Quelle: op-online.de

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