Rustikaler Seebär

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Klaus Kölpin auf seiner verschneiten „Benny“. Das Boot läuft mit seinen zwei neuen Masten zwar gut. Es hat aber keine fest eingebaute Heizung, sondern muss mobil aufgewärmt werden. Maximal zehn Grad zur Nacht sind drin.

Rodgau (bp) ‐ Klaus Kölpin aus Dudenhofen gehört zu Rodgaus robustesten Seglern. Er befuhr schon mit einer zum Boot umgebauten Badewanne aus dem Baumarkt die Elbe, jetzt lässt er sich sein Hobby auch vom Winter nicht vermiesen.

Im Harburger Außenhafen der Werft Peter Knief überwintert der 72-Jährige derzeit an der Süderelbe. Seit Mitte September ist seine Shark 24 namens „Benny“ sein Heim. Nach einem stürmischen und nasskalten Herbst erlebt er dort nun den kältesten Wintereinbruch seit 70 Jahren und musste bei Eis und Schnee tagelang Minusgrade im zweistelligen Bereich aushalten. Bis Februar will er hoch im Norden auf seinem Boot in seiner Geburtsstadt blieben und sich nicht nur der Bootsausrüstung widmen und sie perfektionieren, sondern auch Ahnenforschung betreiben. Bis 1792 konnte Kölpin bisher den Familienstammbaum in Harburg zurückverfolgen.

Das Jahr 2011 dreht sich bei den Rodgauer Seglern ganz ums 25jährige Bestehens und um den 50. Breitengrad, der mitten durch Nieder-Roden und die Süd-Ost-Ecke von Dudenhofen verläuft - nach neuesten Vereinsmessungen übrigens mitten durch die Garage des langjährigen Segelkameraden Gerhard Klein. Dort ist Anfang März dann ein Umtrunk geplant mit Informationen über den weltweiten Verlauf des Breitengrades, den die Stadt Rodgau - ganz im Gegensatz zum Nachbarort Rödermark - nach Ansicht der Segler bisher stiefmütterlich behandelt.

Bei dem Saisonabschluss, dem Absegeln auf dem Trocknen Ende November, wurde im Vereinslokal „Zum Engel“ wurde die erneute Buchung des historischen Großseglers „Poseidon“ vom 2. bis 9. Oktober von Harlingen aus perfekt gemacht. Zu gut war der Törn 2010 mit 28 Teilnehmern verlaufen, wie Anita und Helmut Boekhoff in ihrer Bilderschau berichteten. Abenteuerlich und erfolgreich verliefen auch viele weitere Aktivitäten 2010. So segelte Skipper Jean-Pierre Luyten im Frühjahr einhand in dänischen Gewässern um Fünen. Im Sommer schipperte eine Crew unter Leitung des 2. Vorsitzenden Rüdiger Lohmann durch Berliner Gewässer am Kanzleramt vorbei. Der Segler und frühere Binnenschiffer Uwe Rädicker gehörte zu einer siebenköpfigen Besatzung eines Dreimasters, den sie in den stürmischen Herbstwochen Oktober/November von Mallorca nach Harlingen überführten.

Hoch im Norden kam auch der U-Boot-Veteran Horst von Horstig zu Ehren. Der 89jährige immer noch aktive Segler war Ehrengast bei der 100. Jubiläumsfeier der Marineschule in Flensburg mit Gratulation durch den Bundespräsidenten.

Quelle: op-online.de

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