S-Bahnhof Dudenhofen

Spray-Attacken ohne Ende

+
Besonders gern toben sich Sprayer in der Unterführung am S-Bahnhof Dudenhofen aus.

Dudenhofen - Die S-Bahn ist für Rowdys immer wieder ein Anziehungspunkt. Wände, Automaten - alles wird mit Farbe beschmiert. Jetzt gehen in Dudenhofen auch Schaukästen und Abfalleimer zu Bruch. Von Peter Petrat 

„Kennt die Dummheit der Menschen denn keine Grenzen?“, sagt eine Dame am S-Bahnhof und seufzt. Zusammen mit ihrem Enkel ist sie auf dem Weg nach Frankfurt und ist entsetzt, wie schlimm es auf dem Bahnsteig aussieht.Immerhin funktioniert der Automat noch, trotz Schmierereien und zerkratztem Bildschirm. An sein Gegenstück an der Station Offenbach-Waldhof erinnerten lange Zeit nur noch ein übrig gebliebenes Betonfundament und Reste des gewaltsamen Entfernens. „Früher gab es das nicht, da waren wir froh, wenn es etwas gab und haben das dann nicht kaputt gemacht“. Die Fahrt in der Bahn werde sie nutzen, ihrem Enkel nochmal den Umgang mit fremden Sachen zu erklären. An die vielen Graffiti und den Dreck haben sich Fahrgäste in Dudenhofen oder auch in Jügesheim fast schon gewöhnt. Jetzt wurde in Dudenhofen auch noch ein Glaskasten für Aushänge kaputt gemacht. Reste des Sicherheitsglases lagen noch eine ganze Weile auf dem Boden: schon wieder Vandalismus.

Was viele Dauernutzer der S-Bahn kaum mehr wirklich wahrnehmen: Nicht nur in den größeren Städten wie Offenbach oder Frankfurt sind die Stationen der öffentlichen Verkehrsmittel Ballungszentrum für Fehlverhalten und Straftaten geworden. Auf den Bahnsteigen und in der direkten Umgebung scheinen Rücksicht und Respekt vor dem Eigentum zu verschwinden. Überfälle und Übergriffe halten sich zum Glück in Grenzen, aber Müll und Beschädigungen wohin das Auge reicht. Die Mülleimer werden regelmäßig aus den Halterungen gerissen und ausgeleert. Einer ist nur notdürftig wieder zusammengeflickt. Zeichen und Hinweisschilder sind mit nicht lesbaren Schriftzügen verschandelt oder überklebt. Neben den Mülleimern, zwischen den Gleisen und in den Hecken liegen Papier, Plastik und Flaschen. Die Toilette an der Station Dudenhofen ist einmal rundherum mit Zeichen und Symbolen „verziert“.

„Wenn das wenigstens schöne Bilder wären. Das ist und bleibt fremdes Eigentum und das habe ich nicht zu beschmieren“, findet ein Herr im Anzug ganz deutliche Worte. Dabei ist das Anbringen von Graffiti und das Bekleben ebenso eine Straftat wie das eigentliche Zerstören oder Beschädigen. Bei Schildern und Einrichtungen, die zum Schienenverkehr gehören, droht sogar eine besonders hohe Strafe. Trauriger Höhepunkt in Dudenhofen ist die Unterführung zwischen den beiden Bahnsteigen. Von oben bis unten prangen Schriftzüge und Aufkleberreste auf den Fliesen, der Boden ist regelmäßig mit Müll übersäht, der einen widerlichen Geruch verbreitet. „Es ist schwer etwas zu finden, das nicht kaputt ist“, ist auch ein weiterer Fahrgast schockiert. Namentlich genannt werden will auch er nicht. Aus Angst vor genau denselben „Deppen“, die so mit dem Eigentum anderer umgehen.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare