Sammeltaxi fährt vor S-Bahn weg

Jügesheim ‐ Eine ärgerliche Erfahrung mit dem Anruf-Sammeltaxi (AST) machten einige S-Bahn-Kunden am Wochenende, wie unser Leser Helmut Wildhirt berichtet. Weil die S-Bahn zu spät in Jügesheim ankam, war das Sammeltaxi schon weg - obwohl die Fahrgäste eigens zuvor bei der AST-Zentrale angerufen hatten. Von Ekkehard Wolf

Das Sammeltaxi verkehrt abends und an den Wochenenden, wenn kein Stadtbus fährt. Wer mitfahren will, muss seinen Fahrtwunsch spätestens 30 Minuten vorher unter z 646464 anmelden. Einzige Ausnahme ist der Bahnhof Jügesheim: Wer dort werktags nach 21 Uhr (an Wochenenden auch früher) mit der S-Bahn ankommt, kann ohne Anmeldung und Aufpreis ins AST umsteigen. So sieht es der Vertrag vor.

Unter der AST-Rufnummer war niemand zu erreichen

Die Fahrgäste der letzten S-Bahn erlebten es in der Samstagnacht anders. Als sie von unterwegs anriefen, hörten sie, bei einer Verspätung könne das Sammeltaxi nicht warten. Tatsächlich traf die S-Bahn um 1.31 statt um 1.23 Uhr ein. Das Taxi war weg. Unter der AST-Rufnummer war niemand zu erreichen.

Eigentlich hätte die Zeit noch reichen müssen. Das Sammeltaxi startet zwar laut Fahrplan um 1.30 Uhr, muss allerdings bis zu drei Minuten länger auf die S-Bahn warten. „Dieser Puffer soll Verspätungen ausgleichen“, erklärt eine Mitarbeiterin der Stadtwerke Rodgau auf Anfrage unserer Zeitung. Dass es diesmal nicht geklappt hat, begründet sie so: Nach Auskunft des Taxi-Unternehmers hätten bereits andere Fahrgäste in dem Großraumtaxi gesessen, die beim Warten ungeduldig geworden seien. Um es diesen Kunden recht zu machen, sei der Fahrer eben losgefahren.

„Den freundlichen Taxifahrern ist kein Vorwurf zu machen“

Die frisch Angekommenen, die auf dem Bahnhofsvorplatz froren, konnten davon nichts wissen. Obwohl sich auf ihren Anruf niemand meldete, kam nach einer Viertelstunde ein Taxi. Als Sammeltaxi könne er nicht fahren, nur zum normalen Tarif, erklärte der Chauffeur. „Den freundlichen Taxifahrern ist kein Vorwurf zu machen“, sagt Helmut Wildhirt. Er sieht den Fehler im System: „Es kam nicht nur einmal vor, dass normale Taxifahrten Vorrang hatten und die Beförderung mit dem Sammeltaxi erst mit einiger Verspätung durchgeführt wurde.“

Quelle: op-online.de

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