Sanfte Riesen auf vier Pfoten

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Auch Kuscheln war bei der Hundeschau angesagt.

Dudenhofen - (fma) Anfang Juni berichtete unsere Zeitung über eine Dackel-Zuchtschau in Mühlheim. Tiere in einer ganz anderen Größenordnung gab es am Wochenende bei der 57. Spezial-Zuchtschau für Landseer auf der Waldfreizeitanlage Gänsbrüh zu bestaunen. Zum Vergleich: Die 103 in Mühlheim ausgestellten Jagdhunde entsprechen ihrem Gewicht nach etwa 13 Landseer-Rüden.

Ein ausgewachsener Rüde wiegt etwa 60 bis 70 Kilogramm, bei einer Schulterhöhe von 72 bis 80 Zentimetern“, erklärt Susanne Muthreich-Konzelmann vom Deutschen Landseer-Club (DLC). Auch die Weibchen dieser Rasse erreichen mit etwa 65 bis 75 Zentimetern eine stattliche Größe. So ein großer Hund muss natürlich konsequent erzogen werden. „Das ist allerdings wesentlich leichter als bei einem sturen Dackel“, sagt Muthreich-Konzelmann, die vor allem auf das sanfte Wesen der Riesen verweist. „Das sind tolle Familienhunde, die sich mit allem und jedem anfreunden.“

Und Recht hat sie: Ganz egal wo man hingeht, sofort springt einer der Hunde auf, um schwanzwedelnd neue Freunde zu begrüßen. Auch bei den Verhaltenstests am Samstag präsentierten sich die Tiere als besonnene, ausgeglichene Zeitgenossen. Am Nachmittag folgte dann die so genannte Liebhaber-Show, bei der nicht zur Zucht zugelassene Hunde präsentiert wurden. Die Zuchthunde-Ausstellung bildete am Sonntag schließlich den Abschluss der Zuchtschau, zu der sich sogar Tierfreunde aus der Schweiz und den Niederlanden eingefunden hatten.

Kaum zu glauben, aber wahr: Der riesige Landseer-Rüde krümmte dem kleinen Vögelchen, das aus seinem Nest gefallen war, kein Federchen - ein eindrucksvoller Nachweis für das sanfte Wesen dieser seltenen und friedfertigen Hunderasse.

Der Landseer ist eine sehr alte Hunderasse, die ebenso wie die Neufundländer vom „Newfoundland Dog“ abstammt. „Die Hunde halfen Fischern in Neufundland, ihre großen Netze aus dem Wasser zu holen“, sagt Muthreich-Konzelmann. Britische Fischer brachten die Hunde nach England, wo sie zu beliebten Haustieren des Adels und des Großbürgertums wurden. Der englische Maler Edwin Landseer war von den schwarz-weißen Kolossen so fasziniert, dass er sie in vielen seiner Werke darstellte. So kam die Rasse zu ihrem Namen.

Bei den vielen Vorzügen dieser Familienhunde fragt man sich natürlich, warum diese schönen Tiere so selten zu sehen sind. „Pro Jahr werden in Deutschland nur etwa 300 Exemplare gezüchtet“, erklärt Wilhelm Künsler, der Vorsitzende des DLC.

Wir achten bewusst darauf, dass sich der Landseer nicht zu einem Modehund entwickelt.“ Denn in einem solchen Fall würden vermutlich hunderte Tiere unter schlechten Bedingungen auf illegalem Wege aus dem Ausland „importiert“.

Quelle: op-online.de

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