Sauberer Strom von der Blumenau

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Auf einem Acker an der Blumenau soll das erste Solarkraftwerk in der Rodgauer Feldgemarkung entstehen.

Dudenhofen (eh) ‐ Auf einem Acker an der Blumenau soll das erste Solarkraftwerk in der Rodgauer Feldgemarkung entstehen. Der Jügesheimer Geschäftsmann Berthold Rossbach will dort Strom erzeugen - mit einer Leistung von 1,5 Megawatt.

Die knapp drei Hektar Ackerland östlich der Bundesstraße 45 befinden sich in einem Gebiet, das die Stadt ausdrücklich als geeignet für solche Anlagen bezeichnet. Im Auftrag des Magistrats hatte das Planungsamt untersucht, welche Bereiche des Stadtgebiets sich für großflächige Photovoltaikanlagen eignen. Die Behörde kam auf 13 Flächen, die zusammen 158 Hektar umfassen.

Bevor man auf dem Acker Strom ernten kann, muss ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Darüber sollen die Stadtverordneten am 17. Mai entscheiden. Die erste öffentliche Beratung findet heute um 19.30 Uhr im Land-, Forstwirtschafts- und Umweltausschuss statt.

Berthold Rossbach betreibt bereits einige kleinere Solaranlagen, unter anderem auf dem Dach seines Fitnessstudios in Ober-Roden. Vor etwa einem Jahr hatte er erstmals die Genehmigung einer Freianlage in Jügesheim beantragt. Die Behörden lehnten ab, weil das Grundstück im Landschaftsschutzgebiet liegt.

„Tiere hätten dort mehr Ruhe als irgendwo sonst“

„Die Stadt Rodgau hat mir dann den Standort in Dudenhofen vorgeschlagen“, berichtet Rossbach. Daraufhin habe er geeignete Grundstücke gesucht und Kooperationsvereinbarungen mit den Eigentümern ausgehandelt. „Die Gespräche mit den Eigentümern der Grundstücke hatte ich mir schwieriger vorgestellt“, gibt der Geschäftsmann zu. Angesichts der geringen Bodenqualität sei die Photovoltaik eine echte Alternative.

Sein Vorhaben bezeichnet Rossbach als Gewinn sowohl für die Natur als für die Landwirtschaft. Die Bauern, die dort bisher fast nur Raps anbauen könnten, erhielten als Ausgleich eine fruchtbare Fläche in Jügesheim. Die Natur profitiere, „weil das Grundstück über viele Jahre in Ruhe gelassen wird“. Eine Vogelschutzhecke am Rand, Steinhaufen für Kleinreptilien und ein unten offener Zaun für Hasen und Füchse seien geplant: „Die Tiere hätten dort mehr Ruhe als irgendwo sonst.“ Nur zwei Mal im Jahr werde die Wiese gemäht.

Mit einer Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz kann der Solarfreund nicht rechnen. Die Bundesregierung will die Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen auf Ackerland ab Juli streichen. Das Land Hessen setzt einen Schwerpunkt auf die Nutzung von Biomasse; solare Stromerzeugung soll in erster Linie auf die Dächer.

Quelle: op-online.de

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