Mähen mit „Mäh“

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Schäfer Markus Metzger hält mit seinen Schafen den Bewuchs unter Kontrolle.

Dudenhofen (pep) - Seit fünf Jahren ist das Naturdenkmal „Düne von Dudenhofen“ eine Schafweide. Die Vierbeiner sorgen dafür, dass die typische Pflanzenwelt erhalten bleibt. Mit Erfolg: Sogar die seltene Heidenelke ist wieder heimisch geworden.

„Vor nunmehr genau fünf Jahren hat Schäfer Markus Metzger seine Herde hier zum ersten Mal aufgetrieben, um die maschinelle Mahd durch eine traditionelle Beweidung abzulösen“, erinnert sich Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger. Bei einer Ortsbegehung verschaffte sich die Umweltdezernentin des Kreises gestern einen Eindruck vom aktuellen Stand der Pflegemaßnahmen, die vor zehn Jahren unter der Obhut des Kreises begonnen wurden.

Auf dem mageren Sandboden des Naturdenkmals, in dem Nährstoffe und Niederschläge schnell versickern, vermutet man in der Vergangenheit auch eine starke landwirtschaftliche Nutzung durch Schafbeweidung. Den besonderen Wert des Gebiets machen die spärlich bewachsenen Rohböden aus. Sandmagerrasen und Sandheide bieten Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere.

Sanddünnen sollen erhalten werden

Die seltene Heidenelke mit ihrer violetten Farbe und den weißen Punkten ist hier wieder heimisch geworden.

Nachdem die landwirtschaftliche Nutzung aufgegeben wurde, würde sich die Natur diese Flächen im Lauf der Zeit zurückholen und dafür sorgen, dass dort neuer Wald entsteht. Um dies zu verhindern und den besonderen Lebensraum zu erhalten, werden verschiedene Maßnahmen ergriffen. So sollen die Sanddünen nicht nur wiederhergestellt, sondern auch erhalten werden, erklärt Dr. Karl-Heinz Heckelmann, Leiter des Amtes für den ländlichen Raum. Dafür benötige man vor allem mehr Schäfer und Schafe.

Die Beweidung macht den größten Teil der Pflegemaßnahmen an der Düne aus. Schäfer Markus Metzger hat für seine kleine Herde ausgewiesene Flächen, auf der er sie weiden lassen darf. Nicht nur das vom Aussterben bedrohte Zackelschaf kaut laut mähend an den Grashalmen, auch die weiter verbreiteten Merino-Schwarzkopf-Kreuzungen und ein Thüringer Waldziegenbock halten Halme und Büsche niedrig. Während die Schafe nur die Blätter der Büsche fressen, kaut der Bock die aufsteigenden Ästchen ab.

Rund 25 Muttertiere mit ihren Lämmern

Noch rund 25 Muttertiere mit ihren Lämmern hält der Schäfer abwechselnd auf den fünf Koppelflächen zwischen Feuerwache, Einkaufsmarkt, S-Bahn und Altenwohnheim. Je nach Entwicklungsstand einer Fläche sollen die Tiere dort nur fressen, fressen und düngen oder den Bereich ganz meiden. Immer an seiner Seite ist Hütehund Jess, der die Herde beisammen hält.

Die Einschätzung des Zustands wird mit der Stufe B angegeben, einem Mittelwert zwischen sehr gut und schlecht. Der Erhalt dieser Stufe ist das Mindestziel, idealerweise wolle man die Stufe A erreichen. Und man scheint auf dem richtigen Weg zu sein. Einige seltene Pflanzen fühlen sich auf der Düne wieder heimisch, etwa die hellviolette Heidenelke. Auch die S-Bahn hat keine negativen Auswirkungen auf das Gebiet. Auf der anderen Seite der Schienen breitet sich der Sand bereits aus.

Für den Herbst ist eine weitere landschaftliche Baumaßnahme geplant. Auf etwa 100 bis 200 Quadratmetern soll die oberste Humusschicht abgetragen werden. Wohl durch abgeladene Gartenabfälle hat sich ein dichter Bewuchs gebildet, der damit entfernt wird. Die Kosten dafür schätzt Claudia Jäger auf 3 000 bis 4 000 Euro.

Jährlichen Pflege- und Unterhaltskosten

Die jährlichen Pflege- und Unterhaltskosten bestehen nach ihren Angaben hauptsächlich aus den Kosten für die Beweidung durch den Schäfer „im kleinen vierstelligen Bereich“. In einem Jahr mit zusätzlichen Arbeiten habe es auch schon einmal fünfstellige Kosten gegeben.

Die Erste Kreisbeigeordnete weiß nicht nur den Umwelt-, sondern auch den Erholungswert zu schätzen: „Wir freuen uns, dass wir mit der Düne von Dudenhofen ein Naturdenkmal von beträchtlicher Bedeutung direkt vor der Haustür haben. Besonders in den Sommermonaten genießen Menschen beim Radfahren und Spazieren die Natur. Gerade in so einem Ballungsraum ist eine Oase ein wichtiger Bestandteil unserer Lebensqualität.“ Zum Schutz des Gebiets appelliert sie an Hundebesitzer, ihre Tiere anzuleinen - besonders jetzt in der Brut- und Setzzeit.

Quelle: op-online.de

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