Schafe als Rasenmäher

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Haustiere der ganz besonderen Art hat sich Alfred Schüler angeschafft. Er pflegt seine Kamerunschafe mit Freude.

Jügesheim ‐ Sie sehen eigentlich wie Ziegen aus, sind aber Schafe. Kamerunschafe, um genau zu sein. Aber für Alfred Schüler ist es eigentlich gleich, wie sie aussehen. Der Jügesheimer hat sich einen Kindheitstraum erfüllt und Tiere auf sein Grundstück geholt, an denen er schlicht und ergreifend seinen Freude hat. Von Andreas Pulwey

Früher standen auf dem Gelände am Bach die Bäume und Sträucher seiner Baumschule Schüler. Heute haben die drei Kamerun- und das eine Schwarzkopfschaf dort ihren Unterstand, ihren Futtertrog und das Grünfutter der Wiese. Was zwischen den Grashalmen wächst, würde so manchen Gärtner nerven. Die Vierbeiner freuen sich allerdings über die Wildkräuter. Gänsekresse und Löwenzahn verschwinden ruck zuck im Maul der Tiere.

Man wundert sich, dass trotz des großen Fressens immer noch viele Blüten ihre Köpfe in Richtung Sonne recken. Trotzdem hat Alfred Schüler nach Absprache mit den Stadtwerken das angrenzende Grundstück geöffnet, in dem ein großes Regenrückhaltebecken liegt.

Biene, Flocke und Tussi

Wo sich unterirdisch die Rodau nach schweren Regenfällen sammelt, mähen oben auf 1.500 Quadratmeter die natürlichen Rasenmäher das Grünzeug. Ein Stück der Oberfläche liegt noch brach. Hier sät Alfred Schüler in Kürze Rasen. „Kräftig müssen die Halme sein“, sagt er. „Das feine Zeug fressen sie nicht.“

Somit stehen immer genügend Pflanzen für hungrige Mäuler zur Verfügung. Und bis das neu eingesäte Grün überall sprießt, lockt der Ruheständler seine Lieblinge „Biene“, „Flocke“, „Tussi“ und „Schnipsy“ mit kräftigem Trockenfutter. Falls die Mähmaschinen etwas liegen lassen, macht sich gleich die hauseigene Katze drüber her.

Das Kamerunschaf ging laut der Internetenzyklopädie „Wikipedia“ ursprünglich aus dem Westafrikanischen Zwergschaf hervor, das heute vom Senegal über Guinea, Südmali, Elfenbeinküste, Ghana, Benin, Südtogo, Nigeria, Kamerun, Gabun, Kongo und Angola bis Botswana vorkommt. Eine Besonderheit der Rasse ist die Toleranz gegenüber Trypanosomen, den Erregern der von Tsetsefliegen übertragenen Naganaseuche. Unklar ist, wann und wie die Tiere erstmals nach Europa gelangten. Denkbar ist der Transport als Provianttier auf Schiffen.

Quelle: op-online.de

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