Notizbuch der Woche

Kommentar: Schein-Termin und Kerbärger

Rodgau - Toll, wie rasch die Jügesheimer Vereine TGS und TGM SV sich des Ausbildungsprojekts „JOBfit“ angenommen haben. Noch besser ist, wie schnell sie Erfolge bei der Vermittlung von jungen Menschen in Lehrstellen melden können. Von Bernhard Pelka

In einer Zeit, in der das Ehrenamt im Sportverein ohnehin immense Zeit verschlingt (und manchmal sogar überlastet), verdient diese Leistung umso mehr Anerkennung. Ohne die Bereitschaft im örtlichen Gewerbe und Handel, trotz allgemein schwieriger Lage jungen Leuten eine Chance zu geben, wären das gesamte Projekt und die segensreichen Bemühungen der Vereine freilich vergebens gewesen. Deshalb war es richtig und angemessen, dass Landrat Peter Walter, der Sportkreisvorsitzende Peter Dinkel, Rodgaus Sozialdezernent Michael Schüßler und der TGM SV-Vorstand Erwin Kneißl in der Hoffnung auf Nachahmer öffentlich und vor der Presse den Jügesheimer Firmen Sport Berger und Baudekoration Assion für ihr Engagement gedankt haben. Nicht zu vergessen die TGS, die ebenfalls einen Ausbildungsplatz anbietet und nun eine junge Dame zur Sport- und Fitnesskauffrau ausbildet. Es gibt also auch Lichtblicke in diesen Tagen, in denen die schlechten Wirtschaftsnachrichten überwiegen. Und das im kleinen Jügesheim. Respekt!

Viel Porzellan wurde im Vorfeld der Weiskircher Kerb zerschlagen. Vielleicht bietet ja die gemütliche und lockere Atmosphäre an diesem Wochenende und bis Dienstag beim Feiern an dem ein oder anderen Tisch im Festzelt die Gelegenheit zum Vergessen und Verzeihen. Damit der Fortbestand der Weiskircher Traditionsveranstaltung mitten im Ort nicht weiterhin gefährdet scheint.

Versöhnung ist im Streit um die Rodgau-Ringstraße hingegen wohl unmöglich. Wer ist verantwortlich dafür, dass die Planung des letzten Abschnitts vom Gericht gekippt und dass mit dem Landwirt, der gegen die Trasse klagte, nicht gescheit verhandelt wurde? Bürgermeister Alois Schwab rechtfertigt sich, der Magistrat habe ihm lediglich einen „Schein-Auftrag“ zum Verhandeln erteilt, ihm seien die Hände gebunden gewesen. Andere Magistratsmitglieder sagen, Schwab habe durchaus genügend Befugnisse gehabt. Die Rechtfertigung von Schwab erinnert sehr an den Vorfall, als der Bürgermeister während einer Magistratspressekonferenz und in Anwesenheit seiner Magistratskollegen Hildegard Ripper und Michael Schüßler bestritt, dass ihm ein Termin beim Landrat zum Schlichtungsgespräch wegen des Streits Ripper / Schüßler / Schwab bekannt sei. Damals konnten Ripper und Schüßler sofort aufklären, dass es für ein solches Güte-Gespräch sehr wohl einen Termin gebe. Der Bürgermeister musste daraufhin einräumen, ihm sei zwar der Tag für das Gespräch angekündigt worden, er kenne aber die Uhrzeit noch nicht. Deshalb sei das für ihn noch kein Termin. Es sieht fast so aus, als wäre das dann nach Schwabs Verständnis ein „Schein-Termin“ gewesen, den der Landrat genannt hatte.

Quelle: op-online.de

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