Schildkröte auf Knieschonern

+
Zusammenspiel der Generationen: „Momo“-Darstellerin Lena Sarbu (13, im Hintergrund) und ihre Schwester Sophia (11) in einer Probenszene mit „Meister Hora“. Hans Bär (70) könnte vom Alter her ihr Großvater sein.

Nieder-Roden ‐ Mit voller Kraft konzentriert sich die Theatergruppe „Großes Welttheater“ auf die Proben für „Momo“. Die beiden Regisseure, die Schauspieler und Techniker haben nur noch fünf Wochen, um die vielen Puzzlesteine zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. Von Ekkehard Wolf

Einen Eindruck von den riesigen Dimensionen des Projekts bot die erste Probe auf der Tribüne des Bürgerhauses Nieder-Roden. Die Stufen, auf denen normalerweise die hinteren Zuschauerreihen ansteigen, bilden bei „Momo“ die Spielfläche. „Das war schon grandios in Breite und Tiefe“, berichtet Vereinsvorsitzender Frank Bichtemann: „Eine 15 Meter breite Bühne, wer hat das schon außer Profis?“

Beeindruckt zeigt sich auch Günter Seebäck, der gemeinsam mit Melanie Wörner Regie führt: „Auf der Tribüne zu spielen, hatte eine gigantische Wirkung.“ In einem normalen Raum wirken manche Szenen dagegen geradezu bescheiden.

Die körperlich anstrengendste Rolle hat Sophia Sarbu: Als Schildkröte muss sich die Elfjährige im Kriechgang auf allen Vieren bewegen. Sie nutzt dazu Handgelenk- und Knieschoner, wie sie Inline-Skater verwenden.

Spannend wird die Arbeit am Bühnenbild. Um veränderte Sehgewohnheiten zu berücksichtigen und schnell zur nächsten Umgebung „umzuschalten“, geht die Welttheater-Gruppe neue Wege. Die Kulissen werden nicht gemalt, sondern auf weiße Flächen projiziert.

Quelle: op-online.de

Kommentare