„Schimmel nicht bekannt“

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Die Kinder der evangelischen Kita Birkenhain können „nicht vor Mai“ in ihren Kindergarten zurückkehren. Dies kündigte Christoph Reiß, Architekt des städtischen Hochbauamts, auf Anfrage an.

Nieder-Roden (eh) ‐ Die Kinder der evangelischen Kita Birkenhain können „nicht vor Mai“ in ihren Kindergarten zurückkehren. Dies kündigte Christoph Reiß, Architekt des städtischen Hochbauamts, auf Anfrage an.

Die Räume waren teils bis aufs Mauerwerk zurückgebaut worden, um die Folgen eines Wasserschadens zu beseitigen. Eine aufgefrorene Wasserleitung hatte die Wärmedämmung der Decke zwischen dem Erdgeschoss und dem ausgebauten Dachgeschoss durchnässt. Ein Mitarbeiter hatte diese „Bescherung“ am Tag vor Heiligabend entdeckt. Daraufhin war es innerhalb weniger Tage gelungen, alle Kindergartengruppen einschließlich der Kleinkindgruppe in anderen Einrichtungen unterzubringen.

Trotz der Gebäudetrocknung und während der Sanierungsarbeiten hat sich nach Angaben der CDU Nieder-Roden „in angrenzenden Bauteilen der Decke“ Schimmel gebildet. Eine Quelle für diese Aussage nannte CDU-Ortsvorsitzender Lars Neumann bisher nicht. Es sei unverantwortlich, den Kindergartenbetrieb wieder aufzunehmen, formulierte er in einer Anfrage an den Magistrat.

Von Schimmelbildung sei der Stadt nichts bekannt, sagte Hochbau- und Sozialdezernent Michael Schüßler (FDP) gegenüber unserer Zeitung. Auch in nicht betroffenen Bereichen, etwa im Flur, habe man die Dämmwolle in der Decke ausgetauscht: „Alles ist rausgeflogen, egal ob es nass war oder nicht.“ Bauteile mit Wasserflecken seien sogar vorbeugend gegen Schimmel behandelt worden. Mit den Arbeiten habe die Stadt einen ausgewiesenen Fachbetrieb beauftragt. Ein Sachverständiger der Gebäudeversicherung habe zuvor den Sanierungsumfang festgelegt. Stadtrat Schüßler bezeichnet die Schimmel-Meldung als „aufgebauscht“: „Ich habe bis zum heutigen Tag keinerlei Rückmeldung der Kirche, dass er hier Probleme gebe.“ Auch Pfarrerin Leonore Leonberger reagiert überrascht: „Ich weiß nicht, wo die CDU ihr Wissen her hat, mit mir hat sie nicht gesprochen.“

Wasserschaden hat die Situation verändert

Die evangelische Kirchengemeinde als Trägerin des Kindergartens an der Wismarer Straße hatte sich jedoch mit einem anderen Anliegen an den Stadtrat gewandt. Kirchenvorsteher Bernhard Rücker und Pfarrerin Leonberger mahnen Abstellflächen für Turngeräte und eine Erneuerung der Küche an. Im Haushaltsplan 2009 der Stadt Rodgau standen 35 000 Euro für Kücheneinrichtung, Fliesen und Fenster bereit. Die Arbeiten wurden jedoch nicht ausgeführt. Wegen der desolaten Haushaltslage wurde der Geldbetrag nicht ins neue Jahr übertragen.

Der Wasserschaden hat die Situation verändert. „Wir haben im Moment in dieser Einrichtung andere Sorgen als eine neue Küche“, bittet Michael Schüßler um Verständnis. „Ich warte jetzt erst einmal ab, bis die Rechnungen da sind, und dann schaue ich in mein Budget, wie viel Geld noch übrig ist. Das würde jeder Hausbesitzer auch tun.“ im übrigen, so Schüßler, wolle Stadtkämmerin Hildegard Ripper (CDU) bei der Hochbausanierung sowieso eine halbe Million Euro einsparen.

Als „infame Unterstellung“ bewertet Stadtrat Schüßler den Vorwurf der CDU, der kirchliche Träger und städtische Mitarbeiter hätten Kirchenvorstand und Kindergartenleitung wegen des Schimmels zum Stillschweigen verpflichtet. Kindergartenleiterin Jutta Schneiderhauer-Würz sei „massiv eingeschüchtert worden“, so die CDU. Schüßler reagiert kopfschüttelnd: „Alles, was die Kollegen hier zertrümmern, muss irgendwer wieder aufbauen.“

Quelle: op-online.de

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