Schinderei für gute Sache

Rodgau ‐ So ein 24-Stunden-Lauf hat‘s natürlich in sich. Nicht nur bei den Läufern, die mit ungeheurer Willenskraft rund um die Uhr den inneren Schweinehund auf der Laufbahn platttreten, hinterlässt der Benefiz-Marathon Spuren. Vielmehr sind auch die ehrenamtlichen Helfer hinterher gerädert. Von Bernhard Pelka

Dem Vorsitzenden des Veranstalter-Vereins „Gemeinsam mit Behinderten“ (GmB), Christian Goldmann, verschlug es diesmal sogar die Sprache. Zum Einen war er wegen der erneut umwerfend hohen Spendensumme von 101.700 Euro (Stand: gestern, 15 Uhr) sprachlos. Zum Anderen forderte eine fiebrige Grippe Tribut; die Stimmbänder machten nicht mehr mit. Aber Goldmanns strahlendes Lächeln verriet: auch die 29. Auflage des 24-Stunden-Laufs war ein großer Erfolg. Gut 2,3 Millionen Euro Spenden sind bei der guten Sache inzwischen zusammengekommen. Sie machen den Event zur größten Benefizveranstaltung zu Gunsten der Behindertenarbeit in Hessen.

Bilder vom 24-Stunden-Lauf

24-Stunden-Lauf

Das Geld ist bitter nötig. GmB wird in Jügesheim das bestehende „Haus Emmanuel“ mit Wohngruppen für Behinderte um einen Erweiterungsbau ergänzen. Kosten: 900.000 Euro. Also gaben die Läuferinnen und Läufer im Sportzentrum des TSV Dudenhofen kräftig Gas, um möglichst viel Geld bei ihren Sponsoren locker zu machen. Spendenkönige waren - wie 2009 - mit weitem Abstand zu Platz zwei die Rodgauer Rotarier mit ihrem „Rotary Dream Team“. Sie hatten schon vor dem Startschuss angekündigt, private Spenden bis zur Gesamtsumme von 20.000 Euro zu verdoppeln.

Ein Video der Veranstaltung sehen Sie heute Nachmittag hier auf www.op-online.de

Sagenhafte 46.500 waren es am Ende - noch mehr als vor einem Jahr! Bärenstark war auch die Royal Bank of Scotland (RBS). Und das gleich bei ihrer Premiere. Bank-Chefin Dr. Ingrid Hengster gab den Startschuss und ihre Mannschaft schlug sich mehr als tapfer. RBS-Einzelläufer Steffen Atzbach schaffte mit 208 Runden einen Doppel-Marathon! Gar nicht geizig waren die Schotten auch beim Spenden. Sie belegten mit 5485 Euro Platz zwei, gefolgt von den Mercedes Benz Silberpfeilen mit 4930 Euro. Gut dabei waren auch die etwa 8000 Besucher. Sie griffen tief in ihre Portemonnaies.

Klaus Weiland und seine Mannschaft „MI“ (die römischen Zahlen für 1001 - die vom Team anvisierte Rundenzahl) waren erneut unschlagbar. Sie packten mit 965 Runden fast 30 mehr als 2009. Das entsprach einer Distanz von 386 Kilometer. 951 Runden (380,4 Kilometer) absolvierte das „Team Donja Stubica“. Für Jens Treff und neun Gastläufer aus der Partnerstadt lief es also im wahrsten Wortsinn sehr gut. Die Gäste steigerten sich gegenüber 2009 um einen Platz. Dritte wurden diesmal die Zweitplatzierten von 2009, die „GOS Busters“ mit 923 Runden (369,2 Kilometer). 896 Runden oder 358,4 Kilometer weit kam „Catch us if you can“. Knapp dahinter vom TSV „Die Allerscheenste“ mit 883 Runden (353,2 Kilometer). Besonders stark war der Kinderlauf mit 120 kleinen Sportlern aus drei Kindergärten, die sich zum Kommando von Jutta Groha aufwärmten. Viel Spaß hatten die Kinder auch im Spielpark mit Bastel-Stationen, drei Hüpfburgen, Kistenrutsche und mehr. Der unumstrittene Bühnen-Höhepunkt waren gestern Mittag die „Rodgau Monotones“. Sie versprachen einem hochzufriedenen Publikum: „Bis zum nächsten Jahr!“ Das hört sich gut an.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Pelka

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