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Müll im Finkensee ärgert Bürger und Behörden  

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Das Feuchtgebiet Finkensee liegt im Überschwemmungsgebiet der Rodau.

Jügesheim - Der Finkensee in der Rodau-Aue zwischen Jügesheim und Hainhausen sieht aus wie ein „Schmutzfinkensee“. Umwelt- und Wasserbehörden überlegen, wie sie das Müllproblem lösen können, ohne der Natur zu schaden. Von Ekkehard Wolf 

Die Stadtwerke wollen in den nächsten Tagen die Abfälle am Rand aufsammeln. Mehr ist zurzeit nicht möglich, weil im Feuchtgebiet Vögel brüten. Vögel zwitschern, Insekten schwirren, eine Ente zieht auf dem Wasser ihre Kreise. Im vorletzten Sommer war sogar der seltene Nachtreiher am Finkensee zu Gast. Die Idylle täuscht. Flaschen, Dosen, Eimer und andere Abfälle dümpeln im Flachwasser. Und wenn zu viele Menschen die Tiere füttern (was laut Schild verboten ist), kann es sein, dass der Teich biologisch „umkippt“.

Wein- und Wodka-Flaschen treiben neben anderem Müll im Wasser.

Die Vermüllung ist der Stadt ein Dorn im Auge. Der Unrat lässt sich nicht so einfach beseitigen: Die Wassertiefe ist gering und der Untergrund ist ungewiss. „An diesem Thema arbeiten alle Wasserbehörden zusammen“, sagt Rathaus-Pressesprecherin Sabine Hooke. Es gelte nach einer Lösung zu suchen, die auch ökologischen Belangen entspreche. Momentan könne man das Feuchtgebiet wegen der Brutzeit nicht betreten. Hoffnung setzen die Behörden auf eine Studentin der TU Darmstadt, die sich seit dem Herbst in ihrer Masterarbeit mit der Optimierung des Finkensees beschäftigt. Hooke: „Wir hoffen, dass sie etwas erarbeitet, was uns hilft.“

Der Finkensee liegt im Überschwemmungsgebiet der Rodau. Er ist vor zehn bis zwölf Jahren entstanden. Seinen Namen hat er vom nahe gelegenen Finkenweg. Feucht war es dort schon immer, weil das Grundwasser hoch ansteht. Aber erst durch die Renaturierung der Rodau konnte sich das Wasser richtig ausbreiten.

Effektiv Müll vermeiden: So geht's

Die Vorgeschichte: 1995 legten die Behörden Überschwemmungszonen der Rodau fest, seit 2000 steht ein großer Teil der Aue unter Landschaftsschutz. Im Juli 2006 ließ die Stadt illegal abgelagerte Abfälle am Ufer der Rodau abräumen. Fortan wurden mehrere angrenzende Kleingärten regelmäßig überschwemmt. Der Magistrat löste daraufhin die Pachtverträge mit den Kleingärtnern auf. Anfang 2010 wurden die Gärten geräumt. Auch der Finkenweg stand mehrfach unter Wasser. Er wurde Anfang 2011 höher gelegt; zwei Rohre unter dem Weg sichern den Abfluss des Wassers. Als vorerst letzter Eingriff wurde der Ablauf vom Finkensee zur Rodau Ende 2016 von Schilfwurzeln befreit und freigeschnitten.

Quelle: op-online.de

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