Scholl-Schule bei Eltern im Trend

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Die weiterführenden Schulen in Rodgau zeichnen sich durch unterschiedliche Schwerpunkte aus.

Rodgau ‐ Die Wanderung der Viertklässler zu den weiterführenden Schulen hat ein neues Ziel gefunden. Die Schülerströme der künftigen Fünftklässler ziehen an Jügesheim vorbei nach Hainhausen. In Nieder-Roden bleibt die Schülerzahl stabil. Von Wolf Ekkehard

„Wir haben so viele Anmeldungen wie nie zuvor“, freut sich Werner Renner, Schulleiter der Geschwister-Scholl-Schule. 167 Eltern haben sich für die kooperative Gesamtschule in Hainhausen entschieden, die nun im 5. Jahrgang erstmals sieben Parallelklassen aufmacht: vier im Gymnasial- und drei im Realschulzweig. „Das können wir stemmen, weil wir durch den Doppeljahrgang auch sieben Klassen abgeben“, so Renner.

Den Ansturm erklärt sich Renner nicht nur damit, dass die GSS als einzige vollständig mit elektronischen Schultafeln ausgestattet ist. Er sieht vor allem einen Erfolg der neuen inhaltlichen Schwerpunkte. So gebe es erstmals eine Bläserklasse für Realschüler (bisher nur für Gymnasiasten). Der neue Fachbereich „Naturwissenschaften“ (Nawi) des Gymnasialzweigs im 5. Schuljahr sei so stark gefragt, dass man gleich zwei Nawi-Klassen bilden könne.

Ein breites Spektrum an Naturwissenschaften, das an den Sachkundeunterricht der Grundschule anknüpft, hat sich in Nieder-Roden längst bewährt. „Das machen wir schon seit fünf Jahren“, sagt Andrea Haus von der Heinrich-Böll-Schule. Das Wahlfach „Wissenschaft und Technik“ (Witek) wird auch im neuen Schuljahr in zwei Kursen angeboten. Bedingung: Note „Gut“ in Sachkunde. Für alle anderen Interessenten gibt es eine freiwillige „Nawi-Werkstatt“.

"Nicht zu viele Individualisten in einer Klasse."

„Ich halte nichts von reinen Bläserklassen und reinen Nawi-Klassen, weil das bedeutet, dass zu viele Individualisten in einer Klasse sind“, so Haus: „Solche Angebote sollten für alle offen sein.“ Mit rund 110 Neuzugängen bildet die Böll-Schule erneut fünf 5. Klassen. Die einzige integrierte Gesamtschule Rodgaus hatte auch Bewerber aus Seligenstadt, Mühlheim, Heusenstamm und Obertshausen.

Nur zwei Gymnasial- und zwei Realschulklassen macht dieGeorg-Büchner-Schule Jügesheim im Sommer im 5. Jahrgang auf. „Wir sind etwas überrascht, weil sich im vergangenen Jahr 40 Schüler mehr angemeldet hatten als 2008 und jetzt sind es 50 weniger als 2008“, sagt Schulleiter Winfried Döring: „Warum das so ist, wissen wir noch nicht.“ Sobald man die Gründe kenne, werde man geeignete Maßnahmen ergreifen. Der kleinere Jahrgang hat für Döring auch sein Gutes: „Wir freuen uns, dass wir etwas mehr Platz für die sechs Klassen der Oberstufe haben, die wir im nächsten Schuljahr aufnehmen.“ Statt spezialisierter Schulklassen („Sportklasse“) setze die GBS künftig im Realschulzweig auf ein Lerngruppenmodell. Die Schüler könnten sich dann individuell entscheiden, ob sie ihren Schwerpunkt auf Sport, Musik („Brasskids“) oder Theater setzen möchten.

Quelle: op-online.de

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