Schon am frühen Morgen warteten Zaungäste am Tor

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Fantasiewesen lugen aus allen Ecken: Im winzig kleinen Hofgarten an der Hochstädter Straße gab es neben üppig wuchernden bodenständigen Pflanzen vor allem viel Getöpfertes der Gartenbesitzerin Gerda Kloidt (Bildmitte) zu entdecken.

Rodgau - Die offenen Gärten in Rodgau waren schon aus großer Weite zu erkennen: nicht nur an den grünen Fahnen, sondern auch an der Menge der davor parkenden Fahrräder. 13 Gartenbegeisterte und der Kleingärtnerverein Dudenhofen beteiligten sich an der zweiten Aktion „gARTen“ in Rodgau. Von Christine Ziesecke

Sie präsentierten ihre Kleinode, oft nur wenige Quadratmeter groß, in direkter Symbiose mit Kunstobjekten von zumeist Rodgauer Künstlern.

Mal fernöstlich, mal mediterran, aber immer leicht und transparent wirkt der Garten der Familie Vogl in der Rheinstraße.

Die Organisatorin Karin Köhler hatte nach den guten Erfahrungen des vergangenen Jahres gut daran getan, wieder auf das Interesse der Menschen zu bauen. Dabei waren richtige kleine Wanderungen durch Rodgau zu erkennen. Mit Gartenplan und Straßenkarte in der Hand zogen Gruppen von einer Adresse zur anderen, manchmal nur mit einem bewundernden Blick auf die Schönheiten, oft lange im Gespräch und Tipps aufsaugend - nicht zuletzt während der Regenphase am frühen Nachmittag.

Buddha zwischen Stauden

Im vergangenen Jahr hatte auch die Dudenhöfer Familie Vogl diese Runde neugierig und an Anregungen interessiert mitgemacht - in diesem Jahr präsentierte sie bereits selbst ihren umgestalteten Garten. Buddha zwischen zart gefiederten Stauden, ein Steinbackofen dezent in der Ecke, eine Wand voller Buchenholzscheite gegenüber einem lamellenartig luftigen Sichtschutz, alles wie selbstverständlich noch belebt mit geschnitzten Holzstelen oder großformatigen Acrylgemälden - eine eigenwillige Mischung, wenn man jedes einzelne Teil betrachtet, aber leicht und luftig in der Zusammenstellung. „Wir haben das 1925 erbaute Haus von den Großeltern übernommen, aber erst im letzten Jahr den Garten neu angelegt“, erläutert das Ehepaar. Beruflich viel in Asien unterwegs, mischten sich die Wünsche nach asiatischer Transparenz mit dem geliebten mediterranen Flair, und ein Schuss heimische Gehölze sollte auch dabei sein. Zudem haben die Vogls mehrere Künstler in ihrem Freundeskreis - das Ergebnis ist äußerst sehenswert, und während der Regenphase gab‘s auch noch frisch gebackene Pizza dazu.

Eine kleine Idylle im Hofgarten

Künstler in ihrem Umfeld braucht Gerda Kloidt in der Hochstädter Straße in Jügesheim nicht. Sie war schon lange, ehe sie ihr Rödermärker Reihenhaus gegen das alte Häuschen hier „eintauschte“, als gestaltende Künstlerin bekannt und gab Töpferkurse im eigenen Heim. Inzwischen konzentriert sie sich auf Deutschkurse und töpfert und kunsthandwerkt nur noch zum eigenen Vergnügen. Auf winzigen 60 Quadratmetern hat sie in ihrem Hofgarten eine kleine Idylle gestaltet, in der es nur so vor getöpferten Fantasiewesen wimmelt, in der ein Brunnen heimelige Atmosphäre verbreitet und in der für allem bäuerliche Blütenstauden, aber auch hohe Topfpflanzen immer neue Einblicke vermitteln. Eine kleine Weinlaube lädt zum Verweilen ein, und die Gartenbesitzerin weiß zu jedem ihrer Kunstwerke, auch zu dem hohen Keramikstelen, eine Menge zu erzählen. Und wenn es denn wieder mal regnet, lohnt es sich unter die großen Gartenschirme in Kloidts Idylle zu flüchten - zu sehen gibt‘s genug.

Quelle: op-online.de

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