Schon wieder zieht eine Firma weg

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In Weiskirchen sind sie gepackt: die Umzugskartons. In Heusenstamm werden die ersten bereits wieder ausgepackt.

Weiskirchen - Als „herben Verlust“ bezeichnet der SPD-Bürgermeisterkandidat Jürgen Hoffmann den Umzug der ITSG GmbH von Weiskirchen nach Heusenstamm. Zwölf der 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben im neuen Domizil ihre Schreibtische schon aufgebaut. Von Bernhard Pelka

Bis Februar 2010 soll der Umzug in den 1. und 2. Stock des Rainbow-Centers über Küchen Keie abgeschlossen sein. Die ITSG beschäftigt zusätzlich zu den 50 festen Beschäftigten 20 freie Mitarbeiter. Fünf Kräfte sollen noch eingestellt werden.

Wir gehen sehr ungern“, bedauert ITSG-Geschäftsführer Harald Flex die aktuelle Entwicklung. In Rodgau habe sich in fünf Monaten intensiver Suche trotz Hilfe der Stadt und der Wirtschaftsförderung keine passende Liegenschaft mit den zusätzlich erforderlichen 800 Quadratmeter Fläche gefunden. Die Informationstechnische Servicestelle der gesetzlichen Krankenversicherung GmbH (ITSG) wird ihren Sitz an der Daimlerstraße also unwiederbringlich nach neun Jahren verlassen. Das Unternehmen optimiert und realisiert im Auftrag aller Spitzenverbände der Krankenkassen Datenaustauschverfahren.

Jürgen Hoffmann stattete der Firma einen Besuch ab und kündigte an, im Falle seiner Wahl am 27. September die Wirtschaftsförderung der Stadt zurück auf die Erfolgsspur zu bringen. „Seit Jahren gibt es hier schmerzhafte Misserfolge zu verzeichnen, und das ist sehr zum Schaden Rodgaus“, kritisiert Hoffmann. Jüngstes Beispiel sei der Wegzug der ITSG GmbH. Der Kandidat kann nicht nachvollziehen, dass in Rodgau, „wo Gewerbegrundstücke vorhanden sind“, kein geeignetes Modell entwickelt werden konnte, um ein in Krisenzeiten expandierendes Unternehmen wie die ITSG zu halten. „Wir können es uns einfach nicht leisten, noch mehr Unternehmen zu verlieren!“

Der für die Wirtschaftsförderung verantwortliche Bürgermeister Alois Schwab verweist bei solcher Kritik stets darauf, dass der Magistrat die von ihm geforderte Wiederbesetzung der Leiter-Stelle der Wirtschaftsförderung/Pressestelle abgelehnt habe.

Hoffmann sagt, dies müsse so sein, weil Schwab an der Spitze dieser Stabsstelle einen persönlichen Referenten für sich wünsche. Das habe mit Wirtschaftsförderung aber wenig zu tun.

Firmenchef Harald Flex wohnt in Rodgau. Für ihn war dieser Standort immer „erste Wahl“, wie er betont. Doch die beschriebenen Umstände zwängen nun zum Umzug nach Heusenstamm. Die Abwanderung der ITSG steht in einer bedauerlichen Reihe mit dem Umzug der Firma Ulma nach Rödermark und dem Weggang der Backstube des Bäckers Bauder nach Dietzenbach.

Quelle: op-online.de

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