Einkaufszentrum auf Feuerwehrplatz

Schub für den Einzelhandel in Jügesheim

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Als Parkplatz viel zu schade: Auch der frühere Feuerwehrplatz im Kern von Jügesheim soll zum Einkaufszentrum werden.

Rodgau - Im Ortskern von Jügesheim soll auf dem bisherigen Feuerwehrplatz und angrenzenden Grundstücken ein neues Einzelhandelszentrum entstehen. Von Bernhard Pelka

Vorsichtig angedacht sind bisher folgende Verkaufsflächen: 1200 Quadratmeter für Lebensmittel, 800 für einen Drogeriemarkt und 2000 für Bekleidung in maximal dreigeschossigen Gebäuden. Das geht aus einem internen Protokoll einer Standortkonferenz mit 40 Grundstücksbesitzern und Vertretern der Stadt hervor.

Das Protokoll liegt unserer Zeitung vor. Auf Anfrage sagte Bürgermeister Jürgen Hoffmann, diese Entwicklungspläne für das Jügesheimer Stadtzentrum seien noch „in einem frühen Stadium“. Man wolle sich nun noch ein Jahr Zeit geben, um mit den Immobilienbesitzern ein schlüssiges Konzept auszuarbeiten. Auch die Alte Schule und die Rodgau-Passage sollten darin eingebunden sein. In welcher Weise das geschehen werde, ließ Hoffmann im Gespräch mit unserer Zeitung offen.

„Wollen den Bürgern nicht etwas aufzwingen“

Insgesamt war der Bürgermeister von dem internen Treffen im Stadtverordnetensaal sehr angetan. „Die Standortkonferenz war ein Erfolg. Wir wollen den Bürgern nicht etwas aufzwingen, sondern mit ihnen zusammen etwas entwickeln. Das kam gut an. Natürlich gab es auch Gegenpositionen. Aber weil diese Punkte offen angesprochen wurden, können wir uns jetzt auch damit auseinandersetzen“, lobte er die gute Debatte. Hoffmann zufolge gibt es bereits Investoren, die sich für das Projekt interessieren. Das oberste Ziel des Vorhabens ist, Kaufkraft in Rodgau zu halten und zusätzliche Kunden anzuziehen.

Grob geschätzt 120 Millionen Euro im Jahr geben Rodgauer Bürger in anderen Städten aus. Allein im Textilbereich fließen alljährlich elf Millionen Kaufkraft ab. Wirtschaftsförderer Bernhard Schanze hat ein Konzept ausgearbeitet („Rodgau 2020“), um einen möglichst großen Teil dieser Umsätze für den heimischen Handel zurückzugewinnen. Das Konzept sieht vor allem in Jügesheim, an der Hegelstraße in Dudenhofen und an der Kreisquerverbindung jenseits der B 45 Entwicklungspotenzial. Das Standortkonzept für Jügesheim ist nun die logische Folge dieser Überlegungen.

Ideen für Feuerwehrplätze in Hainhausen und Nieder-Roden

Ideen gibt es auch für die frei gewordenen Feuerwehrplätze in Hainhausen und Nieder-Roden (am alten Friedhof). Hoffmann sagt, in Hainhausen habe es mit Anliegern bereits Kontakt gegeben. Diese Gespräche seien aber „nicht ganz in die Richtung gelaufen, die ich mir vorgestellt hatte. Wenn sich dort etwas bewegen soll, dann müssen aber auch wirklich alle mitziehen“. Der Verwaltungschef sieht bei der Entwicklung des Standorts in Hainhausen derzeit „keinen Zeitdruck“.

In Nieder-Roden läuft alles auf den Neubau einer Seniorenwohnanlage hinaus - errichtet und betreut von einem anerkannt fachkundigen Träger, der in Rodgau bereits sehr gute Arbeit mit seinen diversen Hilfsdiensten leistet. „Da sind wir schon in der Planungs- und Kalkulationsphase.“

Quelle: op-online.de

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