Ort zum Nestbau

Vogelvilla Nr. 9 wartet auf Mieter

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Den ersten Standort haben die Kinder mit Andreas Pulwey vom Naturschutzbund gefunden. Nicht zu nahe an anderen Nistkästen oder Lärmquellen wie dem Festplatz und an einem Baum, der absehbar nicht gefällt wird und nicht auf Privatbesitz steht.

Dudenhofen - Das Eingangsloch darf nur eine bestimmte Größe haben und muss in Richtung Südosten zeigen. Einen Mindestabstand von 50 bis 80 Meter sollte man auch einhalten und nur Bäume verwenden, die nicht zu gerade und zu kräftig sind.

Wie schwierig es ist, einen geeigneten Platz für ihre selbst gebauten Nistkästen zu finden, erlebten 18 Kinder der Klasse 4 b der Freiherr-vom-Stein-Schule mit ihrer Lehrerin Judith Roozen.

Für die gemeinsame Aktion mit dem Naturschutzbund Rodgau und dem Gewerbeverein Dudenhofen hatten die Kinder zunächst die Nistkästen im Unterricht gebaut und sich theoretisch mit der Vogelwelt beschäftigt. Die ersten Kästen hängen bereits auf dem Schulgelände und in den Privatgärten einiger Familien. „Die ersten Nistkästen sind sogar schon bezogen“, freut sich Lehrerin Judith Roozen mit ihren Kindern. Nun suchte die Klasse rund um die Gänsbrüh nach geeigneten Plätzen für die übrigen Behausungen.

An einen Baum genagelt

„Vogelvilla Nummer 9“ steht auf dem ersten Kasten, den die Kinder zusammen mit Andreas Pulwey vom Naturschutzbund und Berthold Schüßler vom Gewerbeverein an einen Baum nagelten. Die Frage, warum Vögel denn überhaupt Nistkästen benötigen, konnten die Kinder bereits beantworten, Pulwey fasste noch einmal zusammen. „Viele der Vögel sind Höhlenbrüter, die sich ihre Nester in morsche oder alte Bäume hineinbauen. Da aber viele Bäume durch menschliche Eingriffe heute überhaupt nicht mehr so alt werden, herrscht Wohnungsmangel für diese Vögel, dem wir mit solchen Nistkästen entgegenwirken.“

Mit viel Liebe vermittelte der Naturfreund den Kindern auf den Wegen zwischen den neuen Standorten zusätzliches Wissen zum Wald und zur Natur. Wie kommt der große Tannenzapfen in die Flasche mit der kleinen Öffnung? Die Lösung des Phänomens klingt nachvollziehbar: Der Samen wurde durch den Wind hineingeweht, der Zapfen ist dann erst in der Flasche selbst gewachsen. Oder: „Was sind das für Spuren im Waldboden?“ Neben Fußabdrücken hinterlassen die Wildschweine hier auch tiefe Furchen, wenn sie mit ihrem Rüssel im Erdreich nach Futter suchen, erklärt Pulwey.

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Initiator der Aktion war der Gewerbeverein Dudenhofen, allen voran Berthold Schüßler, der selbst Wanderführer im Spessartbund ist. Das Holz war eine Spende der Natur- und Wanderfreunde Rottenberg, den Zuschnitt übernahm die Schreinerei Born.

pep

Quelle: op-online.de

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