Für Inklusion fehlt Personal

Rodgau (eh) - Bessere Bedingungen für den gemeinsamen Unterricht von Schülern mit und ohne Behinderungen (Inklusion) wurden auf der ersten Bildungskonferenz der Stadt Rodgau gefordert. Weder baulich noch personell seien die Schulen angemessen ausgestattet.

Trotz der teuren Sanierung vor wenigen Jahren seien die Schulen nicht einmal baulich geeignet, stellte Lothar Mark von der Stiftung „Gemeinsam mit Behinderten“ fest. Die Sanierung sei offenbar 24 Monate zu früh gekommen. Lediglich die Wilhelm-Busch-Schule Jügesheim sei einigermaßen barrierefrei. Unter den gegenwärtigen Bedingungen könne die Inklusion schwerlich funktionieren. Dies sei „ein großes Versagen“ der Politik.

„Vier Förderstunden pro Kind sind zu wenig und selbst die sind nicht immer gegeben“, kritisierte Andrea Haus, die Leiterin der Heinrich-Böll-Schule Nieder-Roden. In großen Klassen von 27 Schülern sei ein guter gemeinsamer Unterricht „nicht zu leisten“, wenn bis zu sechs Kinder besonderen Förderbedarf in Lern- oder Erziehungshilfe hätten.

„Die Inklusion wird so nicht funktionieren“, betonte Kreis-Sozialdezernent Carsten Müller. Anstatt genügend Förderlehrer an die Schulen zu schicken, fordere das Land Hessen zusätzliche Integrationshelfer, die der Kreis finanzieren müsse. Das Land drücke sich vor der Verantwortung und versuche die Aufgaben an die Kreise zu verschieben: „So geht es nicht.“ Die Kinder, Eltern und Schulen seien die Leidtragenden.

Steigende Anzahl an verhaltensauffälligen Schülern

„Wir brauchen mehr Unterstützung, als uns bisher von staatlicher Seite zugesagt worden ist“, forderte Schulleiter Winfried Döring von der Georg-Büchner-Schule Jügesheim. Die steigende Anzahl an Schülern mit Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Störungen sei eine zusätzliche Herausforderung: „Wir haben mittlerweile Schüler und Schülerinnen, die in geschlossenen Anstalten therapiert werden müssen und dann nach einiger Zeit zu uns zurückkommen.“

Als Schulsozialarbeiterin spricht Bettina Schubert lieber von „verhaltensoriginellen Kindern“. Die Initiative „Rodgau bildet Zukunft“ solle ihr Augenmerk besonders auf diese Kinder legen, „die wir nicht mitnehmen“. In der täglichen Arbeit der Schulsozialarbeit könne man erleben, dass viele Eltern auf Unterstützung angewiesen seien.

Quelle: op-online.de

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