Schulklasse trotz Protest aufgeteilt

Dudenhofen (eh) - Aus vier mach’ drei: Nach diesem Motto teilt die Freiherr-vom-Stein-Schule ihre dritten Klassen neu ein. Wenn die Lehrerin der Klasse 3 a Ende Januar planmäßig in den Vorruhestand geht, werden die Kinder auf die drei Parallelklassen aufgeteilt.

Eltern der 3 a sind enttäuscht. Seit Wochen haben sie dafür gekämpft, dass ihre Kinder bis zum Ende der Grundschulzeit zusammenbleiben können. Sie haben Unterschriften gesammelt, ans Staatliche Schulamt geschrieben und den CDU-Landtagsabgeordneten Frank Lortz um Beistand gebeten: Alles umsonst.

Die Schülerzahl des Jahrgangs sei zu klein, um weiterhin vier Klassen zu rechtfertigen, sagt Schulleiterin Ursula Eller. Sie habe „volles Verständnis für die Enttäuschung der Eltern“, müsse aber das hessische Schulgesetz einhalten. Dieses schreibe als Untergrenze zur Klassenbildung und -zusammenlegung 25 Kinder vor; ein Bestandsschutz gelte im nächsten Schuljahr voraussichtlich für Klassen mit 20 Kindern.

Die vier dritten Klassen in Dudenhofen haben zweimal 16 und zweimal 18 Kinder. Zu klein seien sie damit nicht, sagt Ute Degen-Becker, eine Mutter aus der 3 a. Sie zitiert die Verordnung über die Klassengrößen von 2011. Eingangsstufen, Grundschulen und Gruppen des flexiblen Schulanfangs dürfen demnach aus 13 bis 25 Schülern bestehen. Klassen, Gruppen und Kurse sollen aber auch „so gebildet werden, dass die Fortführung im darauffolgenden Schuljahr nach Möglichkeit gesichert ist“.

Kritik an zurückhaltender Informationspolitik

Rektorin Eller schildert die Lage so: Am Schuljahresbeginn sei der Jahrgang groß genug gewesen, „deshalb stellte sich die Frage nach der Aufteilung nicht“. Bei gleich bleibender Schülerzahl hätte es für die ausscheidende Lehrerin einen Ersatz geben müssen. Seither hätten jedoch vier Kinder den Jahrgang verlassen, eine Aufteilung am Schuljahresende sei unausweichlich. Aus pädagogischer Sicht halte sie es für besser, die Klasse 3 a bereits jetzt aufzuteilen, so Ursula Eller. Die Kinder und ihre neuen Lehrkräfte hätten dadurch ein halbes Jahr länger Zeit, sich aneinander zu gewöhnen.

Ähnlich äußert sich die Vorsitzende des Schulelternbeirats, Monique Siegler: „Die ungünstigste Lösung wäre, erst ein halbes Jahr mit einer Vertretung zu arbeiten und die Klasse dann aufzuteilen.“ Allerdings sei eine Aufteilung für die Kinder immer unglücklich.

Klassenelternbeirätin Andrea Schimura kritisiert die zurückhaltende Informationspolitik der Schulleitung: „Erst auf Anfrage wurden wir informiert.“ In der Folge habe es widersprüchliche Aussagen gegeben, etwa über die Kriterien zur Aufteilung der Kinder. Dies bestätigt auch Ute Degen-Becker: „Ich habe den Eindruck, alle Beteiligten sind damit überfordert, die Kinder aufzuteilen. Das ist höchst unprofessionell.“

Schulleiterin Eller bemüht sich, die Wogen zu glätten. Die Kinder hätten zweieinhalb Jahre lang optimale Bedingungen durch kleine Klassen genossen, ihre Lehrerin habe sehr gute Arbeit geleistet. Nun komme es darauf an, den Abschied bewusst wahrzunehmen und sich auf etwas Neues einzustellen.

Quelle: op-online.de

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