Schulnoten zählen nicht allein

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Einzug mit Fahnen bei der Abschlussfeier der Böll-Schule.

Nieder-Roden (eh) - „Bleibt immer am Ball und lasst euch nicht ins Abseits stellen. Seid fair, aber schießt keine Eigentore.“ Diese Worte richteten sich nicht an Fußballer, sondern an die rund 140 Abgänger der Heinrich-Böll-Schule (HBS).

Schulleiterin Andrea Haus spielte auf die Gemeinsamkeiten des Sports mit dem künftigen Lebensweg der jungen Menschen an: „Zeigt, was ihr in eurer Schulzeit an der HBS gelernt habt.“

In den fünf oder sechs Jahren ging es nicht nur um reine „Stoffvermittlung“. Soziale Kompetenzen und moralische Werte, Entwicklung der Persönlichkeit, Lernfähigkeit und Übernahme von Verantwortung: Gerade diese Kompetenzen sind in der Arbeitswelt gefragt. Die Schulleiterin brachte das auf den Punkt: „Nicht die Schulnoten machen die Qualität eines Menschen aus, sondern die Bereitschaft, seine Fähigkeiten voll zu entfalten.“

Dass der Spaß dabei nicht zu kurz kommt, machten Klassenlehrer und Schüler auf der Bühne deutlich. Sie erinnerten an gemeinsame Erlebnisse, Anekdoten aus dem Unterricht und so manche persönliche Eigenheit. Dass jeder Einzelne wichtig ist, zeigte die Saaldekoration: Die Schulabgänger hatten das Bürgerhaus in eine „Hall of Fame“ verwandelt, in der jeder seinen eigenen Stern an der Wand bekam.

33 Schüler der integrierten Gesamtschule erreichten den Übergang in die gymnasiale Oberstufe, 54 den Real- und 36 den Hauptschulabschluss. Die meisten Schulabgänger wechseln auf weiterführende Schulen, nur rund zehn Absolventen treten gleich eine betriebliche Ausbildung an. „So einfach war es offensichtlich nicht, Ausbildungsplätze zu finden“, sagt Stufenleiterin Elske Ostermann: „Jedes Jahr strömen mehr Schüler in weiterführende Schulen.“

Bsondere Leistungen im schulischen und sozialen Bereich

Für besondere Leistungen im schulischen und sozialen Bereich wurden Elly Adam, Balraj Bal, David Biebel, Anna Caric, Soraya Dadouh, Nadine Grüneberg, Michelle Herrmann, Irma Hajdarevic, Melissa Kämmerling, Bartosz Kokoszynski, Sascha Marx, Mario Lubenko und Marcel Weitz geehrt. Michael Walz vom Schulförderverein überreichte Gutscheine als Anerkennung der Leistungen.

Auch der letzte Akt der akademischen Feier spielte auf Fußball an: Bunt und fahnenschwingend zog die Tanzgruppe von Sarah Kirchrath auf die Bühne und tanzte zum Lied „Waka Waka“.

Organisation des Abends

Anschließend tanzten die Abgänger ausgelassen mit einigen Lehrern bis Mitternacht zu der Musik von DJ Beakeybeats. Die meisten Erwachsenen bevorzugten das Foyer mit netten, teils wehmütigen Gesprächen über gemeinsame Jahre und Getränken von der Sektbar.

Improvisationstalent war bei der Organisation des Abends gefragt: Erstmals ging die Abschlussfeier schon am Donnerstag über die Bühne, weil das Bürgerhaus am Freitag für eine Hochzeitsfeier reserviert war. Das Problem: Abschlusszeugnisse dürfen in Hessen nicht früher als eine Woche vor Schuljahresende ausgegeben werden. Die HBS fand eine kreative Lösung: Die Schulabgänger erhielten zunächst eine Zeugniskopie, um Mitternacht verteilten die Klassenlehrer dann die Originale.

Quelle: op-online.de

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