Schutzhunde-Prüfung

Beißen und loslassen auf Befehl

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Der Angriff auf einen vermeintlichen Bösewicht gilt als schwierigste Disziplin jeder Prüfung. Denn der Hund darf nur auf Kommando zubeißen und muss genauso schnell vom Arm des so genannten Figuranten ablassen.

Weiskirchen - Ein enges Vertrauensverhältnis und Gehorsam gehören zu jeder guten Beziehung zwischen Mensch und Hund. Besonders hohe Anforderungen an beides stellte die Frühjahrshundeprüfung bei der Weiskircher Ortsgruppe des Vereins für Deutsche Schäferhunde.

Bei der regelmäßigen Leistungsüberprüfung, bewiesen die Halter von Schutzhunden und ihre Tiere vorbildliches Verhalten.

Dazu zählen nicht nur die Fährtenarbeit, also das Verfolgen einer künstlich gelegten Geruchsspur, sondern auch die Unterordnung und der Schutzdienst. Dabei stellt die Unterordnung gewissermaßen die Grundvoraussetzungen dar. Gefordert werden absoluter Gehorsam, enges „Bei Fuß“-Gehen und eine gewisse Gelassenheit gegenüber äußeren Einflüssen und die Fixierung auf das Herrchen oder Frauchen.

Hunde nicht aus der Ruhe bringen

Gehorsam ist die Basis einer vertrauensvollen Zusammenarbeit von Mensch und Tier. „Bei Fuß“ heißt tatsächlich, dass der Hund seinem Herrchen keinen Schritt von der Seite weicht.

Spielende Kinder, eine laute Menschenmenge oder gar ein Pistolenschuss dürfen die Hunde dabei nicht aus der Ruhe bringen. Viele dieser Situationen wurden während der Prüfungen nachgestellt. Der Wertungsrichter bat einige Helfer als Gruppe mitten auf das Übungsgelände. Ihre Aufgabe: kreuz und quer durch die Prüflinge hindurch zu gehen, ohne dass die Hunde dem Hundeführer auch nur einen Schritt von der Seite zu weichen. Zuvor mussten die Vierbeiner sich auf Kommando abgelegen und auch dann noch liegen bleiben, wenn sich die Bezugsperson entfernt.

Bei allen Übungen steht aber stets der Spaß für den Hund im Vordergrund, denn sein Spieltrieb ist es, der ein so komplexes Lernen erst ermöglicht. Ein Antreiben des Tieres durch Angst oder Bestrafung lehnen die Vereinsmitglieder ausdrücklich ab. Auch der Prüfer achtet genau darauf, dass nur positive Motivation erkennbar ist.

Königsdisziplin für eine Differenzierung in der Bewertung

Weil sich die Schäferhunde bei diesen Übungen durchweg sehr gut bewiesen, konnten am Ende nur die Aufgaben im Bereich Schutzdienst als Königsdisziplin für eine Differenzierung in der Bewertung sorgen. Anspringen und beißen - nur bei diesen wenigen Übungen darf ein Hund so etwas tun. Dabei weiß der Figurant, so wird der fingierte Bösewicht in seiner Schutzkleidung genannt, ganz genau, was er zu tun hat und was ihn erwartet.

Auf Kommando mussten die Hunde sechs Verstecke absuchen und den Schurken aufspüren. Doch zunächst durften sie ihn nur mit Bellen anzeigen. Erst bei einem Fluchtversuch oder einem Angriff auf Herrchen oder Frauchen wird gebissen - aber dann auch nur in den vorgegebenen besonders geschützten Arm, und auf Kommando muss sofort Schluss sein.

Genau das ist die Herausforderung, die es zu meistern gilt. Selbst im Zustand höchster Anspannung und Erregung muss der Gehorsam des Vierbeiners gegenüber seinem Besitzer dem Spiel- und Beutetrieb deutlich überwiegen. Daran scheiterte bei den Prüfungen auch natürlich keiner der Teilnehmer; am Ende entschieden meist Kleinigkeiten über das Ergebnis. Bis zu drei Jahren intensives Training ab Welpenalter sind nötig, damit Zwei- und Vierbeiner ein solches Vertrauen zueinander aufbauen können.

pep

Quelle: op-online.de

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