Schwere Kost bewältigt

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Auch Lukas Wehrle und Julia Gehre überzeugten in ihren Rollen.

Jügesheim - (pul) Ein Schuss mit der Armbrust, der Apfel fällt, der Sohn lebt. Im Sommertheater der Georg-Büchner-Schule hatten sich die 24 jugendlichen Schauspieler aus den 7. und 8. Klassen schwere Kost auferlegt und Schillers Drama „Wilhelm Tell“ überzeugend auf die Bühnenbretter gezaubert.

Als er befahl, den Apfel vom Kopf des Sohnes zu schießen, verscherzte es sich der als Tyrann bekannte Landvogt Hermann Gessler (Wolfgang Schürer) mit dem Schweizer Nationalhelden Wilhelm Tell (Lukas Wehrle). Da bekanntlich ein „Schwyzer nicht zu Österreich schwört“, hoben schon zuvor die Eidgenossen ihre (hölzernen) Schwerter und verbanden ihre Vaterlandsliebe im gemeinsamen Schwur, lieber den Tod zu erlangen als in österreichischer Knechtschaft zu leben.

Spätestens die fetzigen Rockklänge in den kurzen Umbaupausen machten den 150 Zuschauern am ersten Theaterabend deutlich: Hier hat die Jugend Hand an ein klassisches Theaterstück gelegt und das schwere Schiller-Deutsch mit einer poppigen modernen Handschrift ergänzt. Dem Wilhelm Tell verpassten die Schüler kurzerhand einen modernen Bruder namens William (Leon Massoth), der mit coolem Hut, Sonnenbrille und einer schwarzen Lederjacke vor jedem Akt einen flotten Spruch auf den Lippen hatte.

Trotzdem kehrten die Schüler bei der Ausarbeitung und Aufführung des Stücks die 200 Jahre alte Ausdrucksweise der Weimarer Klassik nicht unter den Tisch. Eine Tatsache, die Deutschlehrerin Heide Hollerbach gerade in Anbetracht der langen Textpassagen besonders lobend erwähnte: „Sie mussten in diesem Jahr trotz des Schulunterrichts ein schwieriges Deutsch in ihre Köpfe reinbekommen“, und das über die gesamte Aufführungsdauer von 120 Minuten.

Quelle: op-online.de

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