Seehof bei Hainhausen

Wasserbüffel für die Rodau-Auen

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Stolz blickt Landwirt Robert Keller auf seine kleine Büffelherde. - Foto: Wolf Wuchtig wirken die Wasserbüffel aus der Nähe. Wild lebende Artgenossen werden größer und doppelt so schwer.

Hainhausen - Wo der Traktor versinkt, sollen künftig Büffel weiden: Robert Keller aus Hainhausen ist nach eigenen Angaben der erste Landwirt im Kreis Offenbach, der Wasserbüffel hält. Die Paarhufer mit dem schwarzen Fell stehen allerdings zunächst im Stall. Von Ekkehard Wolf

Keller: „Erst mal müssen sie sich an uns gewöhnen.“ Auf einem Bauernhof in der Rhön hatte Robert Keller die Büffel erstmals gesehen - und sich prompt in sie verliebt. „Sie sind zahm und gelehrig - viel umgänglicher und gelassener als Rinder.“ Eigentlich wollte die Familie Keller auf dem Zintlhof in Eiterfeld ja nur zwei Esel kaufen. Der Zufall wollte es jedoch, dass Thomas Zintl seine beiden Wasserbüffelherden verkleinern wollte. Keller zögerte nicht lange. Nun leben 283 Tiere auf dem Seehof westlich der Rodgau-Ringstraße: 270 Schweine, vier Hunde, zwei Esel, eine Ziege und ein halbes Dutzend Wasserbüffel.

Die Ankunft mit dem Tiertransporter war für die Menschen eine Geduldsprobe. Die Neuankömmlinge wollten nämlich nicht aussteigen. Sie schauten zwar neugierig, wagten sich aber nicht an die frische Luft. Der Landwirt konnte noch so sehr mit leckerem Futter locken: Zwei Tiere schnupperten, wandten dann aber die Köpfe ab. Erst nach einer gefühlten Viertelstunde ging die Leitkuh vorsichtig die Rampe hinab, drehte sich einmal um die eigene Achse - und stieg wieder auf die Ladefläche.

Wasserbüffel für die Landschaftspflege

Als die sechsköpfige kleine Herde glücklich im Stall stand, kehrte auch der Appetit zurück. Die Tiere machten sich zunächst über das Stroh her, bis Robert Keller einen Ballen von duftendem Heu in den Futtertrog legte: „Hainhäuser Gras tut’s auch“, sagte er zufrieden. Auch die Tiere des Bauernhofs interessierten sich für die neuen Mitbewohner. Ziege „Baileys“ schnupperte am Gatter, auch die Hunde nahmen gleich Kontakt auf. Doch die Wasserbüffel demonstrierten Gelassenheit. Selbst das lauteste Gebell vermochte sie nicht zu erschrecken.

In Asien pflügen sie Reisfelder oder tragen schwere Lasten. Gibt es auf dem Seehof genügend Wasser für sie? Robert Keller lacht: „Ein Wasserbüffel muss nicht ständig im Wasser baden. Er hat aber weniger Schweißdrüsen als ein normales Rind.“ Keller will seine Wasserbüffel zur Landschaftspflege einsetzen. Sie sollen auf den Wiesen in der Rodau-Aue weiden. Der Hainhäuser Landwirt ist auch schon mit den Umweltbehörden im Gespräch: „Auch in Nieder-Roden haben sie Probleme mit überfluteten Gebieten, die sie nicht mähen und mulchen können.“

Wildes Büffel-Rennen in Kambodscha

Wildes Büffel-Rennen in Kambodscha

Die kleine Herde soll der Grundstock einer eigenen Zucht sein. Neben trächtigen Kühen und einem Muttertier mit Kalb hat der Landwirt auch einen Jungbullen erworben, der voraussichtlich im Herbst geschlechtsreif sein wird. Ob es im Hofladen eines Tages Büffelmilch oder Büffelfleisch geben wird, ist noch Zukunftsmusik: „Am Anfang werden wir alle weiblichen Tiere behalten“, kündigt Robert Keller an. Nach rein wirtschaftlichen Überlegungen wäre der jetzige Jungbulle in zwei, drei Jahren der erste Kandidat für den Metzger. Aber ans Schlachten will Keller vorerst nicht denken. Vielleicht bleibt der Bulle auch einfach weiter in der Herde und weidet feuchte Wiesen ab. Wer die Wasserbüffel aus der Nähe sehen möchte, hat am Wochenende 24./25. Mai dazu Gelegenheit. Dann feiert der Seehof sein Hoffest.

Quelle: op-online.de

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