Seit Jahren keine Kerb versäumt

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Seit Jahrzehnten bei der Dudenhöfer Kerb immer mit dabei: Ernst-Ludwig Kratz und Heinz Rustler.

Dudenhofen (pul) ‐ Wer ein echter Dudenhöfer ist, dem ist die Kerb Verpflichtung. Seit Jahrzehnten verpassen einige Mitglieder des Männergesangvereins (MGV) Germania keinen einzigen der traditionellen Montagsfrühschoppen.

Bei Ernst-Ludwig Kratz (59) ist der Kerbmontag dick im Kalender angestrichen. Er hatte in der Gemeindegasse das Licht der Welt erblickt. Schon seit den frühen 70-er Jahren bei den Sängern, weiß sein Chef, dass er an diesem Tag nicht mit dem waschechten Dudenhöfer rechnen muss. Feiern, lachen und Kameradschaft steht an Kirchweih für die „Germanen“ ganz oben auf der Agenda. Dann hebt Vize-Dirigent Hermann Kratz in der „Krone“ gut und gerne 25 Mal den Taktstock und bittet die Herren, deutsches Liedgut anzustimmen.

Früher hielt der MGV die Kerb in der Gaststätte ,Zur Linde‘ in der Opelstraße“, erinnern sich Ernst-Ludwig Kratz und Heinz Rustler. Der trat 1964 dem Gesangverein bei, nachdem er eine Dudenhöferin geheiratet hatte: „Früher war das so, da hast du wo hin geheiratet, da musstest du singen gehen.“ Seit mehr als 30 Jahren ist er bei jeder Kerbrunde der Germania mit von der Partie. Damals war es in Dudenhofen noch Tradition, den Kerbborsch zu klauen. Heute hüten die Mitglieder alljährlich den stummen Gesellen, der seit vier Jahren in den Reihen der Sänger seinen Platz hat.

Deutlich länger, seit 1968, fehlt Vereins-Urgestein Wolfgang Walter bei keinem montäglichen Gesangsreigen. Um die Serie nicht reißen zu lassen, schoss er 1981 den Vogel ab. Obwohl er beruflich in Algerien tätig war, ließ der heute 56-Jährige seine Dudenhöfer Kerb nicht sausen. Sonntagabend kurzerhand die Maschine Algier - Frankfurt bestiegen, hieß es mit den Vereinskameraden in fröhlicher Runde einige Lieder schmettern, einige Bierchen trinken und ab ging es am Montagabend wieder nach Nordafrika. Für einen waschechten Dudenhöfer ist die Kerb nun mal Verpflichtung. Ernst-Ludwig Kratz drückt es so aus: „Montags, das ist Tradition. Das ist für mich Kerb.“

Quelle: op-online.de

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