Handlauf am Badesee gefordert 

Steiler Hang für ältere Menschen mühsam

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Der Badesee in Nieder-Roden.

Nieder-Roden (eh) - Der Sandstrand am Badesee Nieder-Roden ist zu steil für ältere Besucher. Auch Übergewichtige haben Probleme. Ein Handlauf könnte ihnen helfen. Beim zuständigen Fachdienst im Rathaus stößt dieser Wunsch auf offene Ohren.

Es ist alle Jahre wieder das gleiche Spiel: Im Sommer rutscht der Sand in den Nichtschwimmerbereich des Sees ab un im Winter wird der Strand neu aufgeschüttet. In diesem Jahr meinten es die Arbeiter offenbar besonders gut.

„Ich gehe seit 30 Jahren al den Badesee, aber so steil wie jetzt war es noch nie“, klagt Magdalena Rebel (76). Sie hat ihre liebe Not, den Weg vom Wasser hinauf zur Liegewiese zu bewältigen. Dabei ist sie nicht allein: „Wir sind mehrere ältere Frauen. Eine Dame hat ein künstliches Hüftgelenk, die kann gar nicht mehr baden gehen, weil sie den Hang nicht mehr hochkommt.“

Geländer in der Mitte des Textilstrandes

Bereits zu Beginn der Badesaison hatte Magdalena Rebel die Schwimmmeister nach einem Handlauf gefragt, um den Aufstieg zu erleichtern: „Ich geh’ so gern ins Wasser, vielleicht kann jemand ein gutes Wort für uns einlegen.“ Am allerliebsten wäre ihr ein Geländer in der Mitte des Textilstrandes, etwa auf der Höhe der Kiosktreppe.

Bisher gebe es lediglich die Notlösung, am Bootssteg aus dem Wasser zu gehen. Der Nachteil: „Wenn das Strandbad gut besucht ist, muss ich von Handtuch zu Handtuch springen.“ Außerdem wolle sie die Kinder am Wasserspielplatz nicht stören, sagt Magdalena Rebel. Die Verbesserung für Senioren dürfe nicht am Geld scheitern: „Am Beachvolleyballfeld haben sie ja auch eine schöne Treppe hingemacht, aber wissen Sie, wer da hingeht? Das sind junge Leute. Die rennen lieber den Berg hoch.“

Wunsch nach einem Handlauf ist im Rathaus angekommen

Der Wunsch nach einem Handlauf ist im Rathaus angekommen. „Der Fachdienst macht sich darüber Gedanken“, sagt Pressesprecherin Sabine Fischer. Eine Realisierung sei aber „nicht von jetzt auf gleich“ möglich. Zuvor seien noch etliche Fragen zu klären: das Material (voraussichtlich Edelstahl), die Größe und Tiefe der Fundamente und die Kosten. Auch der Standort will wohl überlegt sein: Ein Handlauf mitten auf dem Strand würde die Möglichkeiten zum Bühnenbau fürs Strandbadfestival einschränken.

Einen barrierefreien Zugang zum See hatte Bürgermeister Jürgen Hoffmann bereits vor drei Jahren angeregt, als er noch ehrenamtlicher Stadtrat war. In einem Bürgergespräch im Anglerheim hatte er im Juli 2009 von einer Rollstuhl-Zufahrt bis ins Wasser hinein gesprochen. So werde der Badesee auch für Behinderte attraktiv. Hoffmann forderte damals auch eine Bushaltestelle am Strandbad-Eingang und einen befestigten Parkplatz. Die Stadt müsse die Bürger in die Planung einbeziehen, etwa in einem Gesprächskreis „AG Badesee“.

Quelle: op-online.de

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