Senioren oder Familien?

+
Zur Entwicklung des bald freien Feuerwehrgeländes in Nieder-Roden gibt es unterschiedliche Vorstellungen.

Nieder-Roden (bp) ‐ Zur Entwicklung des bald freien Feuerwehrgeländes in Nieder-Roden gibt es unterschiedliche Vorstellungen. Was soll dort entstehen, sobald das alte Feuerwehrhaus im Frühjahr abgerissen ist?

Die Kooperation favorisiert unter Führung der SPD den Neubau einer Anlage für seniorengerechtes Wohnen bei gleichzeitigem Wiederaufbau des alten Spritzenhauses. Die CDU hingegen setzt auf „Junges Wohnen“ für Familien mit Kindern. Man orientiere sich hier am Beispiel Jügesheims, wo dieses Konzept „erfolgreich umgesetzt wurde“, heißt es in einer Pressemitteilung der Union.

Die verkehrsberuhigte zentrale Lage, die Nähe zur S-Bahn, zu Schulen, Kindergärten, Spielplätzen und Einzelhandel sei dafür nahezu ideal. Der alte Friedhof bleibe als Park ebenso erhalten wie die bereits vorhandenen Pkw-Stellflächen, die von den zukünftigen Bewohnern und Besuchern genutzt werden könnten. „Eine Seniorenwohnanlage an dieser Stelle macht wenig Sinn“, sagt der Nieder-Röder CDU-Vorsitzende Lars Neumann. „In der Frankfurter Straße haben wir bereits die Seniorenresidenz. Das angrenzende, zurzeit brachliegende Gelände, bietet genügend Potenzial für weitere seniorengerechte Angebote, wie Betreuungsdienste, medizinische Einrichtungen oder eben auch für zusätzliche Wohneinheiten.“

Als „charmante Idee“ bezeichnet dagegen Dr. Karsten Falk, Regionalvorstand der Johanniter-Unfallhilfe, die Absicht, das Feuerwehrgelände und den angrenzenden Friedhofparkplatz für seniorengerechtes Wohnen nutzen zu wollen. Begrüßt wird auch die Idee, den Alten Friedhof als Park zu gestalten und das historische Spritzenhaus - finanziert von Spenden - als Bürger- und Vereinstreff wieder aufzubauen.

Bei einem Info-Abend der SPD hatte Designer Walter Stolz Planskizzen verschiedener Bebauungsmöglichkeiten gezeigt. Die Überbauung des Ahornweges und des Parkplatzes am Friedhof als große Variante ließ die Anlieger ein zu dominantes Gebäude befürchten. Bürgermeister Jürgen Hoffmann und weitere SPD-Vertreter versicherten, der städtebauliche Charakter des Quartiers bleibe erhalten. Im Bebauungsplanverfahren bestünden zahlreiche Möglichkeiten der Einflussnahme. Ob eine öffentliche Teilnutzung das angestrebten Mehrgenerationenhauses Wirklichkeit werde, blieb offen.

Helmut Kaufmann, Geschäftsführer der Altenhilfe der AWO Hessen Süd, bezifferte den rodgauweiten Bedarf für ein selbständiges Leben im Alter auf etwa 130 Wohneinheiten. Kaufmann und Dr. Falk waren sich einig, dass Rodgau und die Region aber kein weiteres Pflegeheim benötigen. Einen Betrieb der Anlage in Eigenregie lehnte der Dr. Falk für seine Organisation ab.

Der aus dem Publikum geäußerten Kritik, „die Kommune wolle durch den Boden-Verkauf nur Kasse machen“, widersprach die SPD entschieden. Es gehe allein darum, „bezahlbaren Wohnraum“ für Rodgauer Senioren zu schaffen“. Die Debatte bleibt spannend.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare