Rodgauer Seniorentag

Noch längst kein altes Eisen

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Kein bisschen leise: Die Seniorenband „Rollators“. - Fotos: Wolf

Rodgau - Glück mit dem Wetter hatten Veranstalter und Besucher am Sonntag beim Rodgauer Seniorentag. Die Musiker auf der Bühne weckten Jugenderinnerungen vom Swing bis zum Rock ’n’ Roll.

Die Hörgeräte konnte man getrost ausschalten, als die „Rollators“ auf die Bühne kamen. „Hessens älteste Rockband“, wie sie sich selbst nennt, bewies lautstark, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehört. „Wir rollen durch die Rente, wir sind noch nicht am Ende“, heißt es in einem ihrer Songs.

„Wir haben noch nie leise gespielt“, sagte Bandleader Bernd Weller. Gleich beim ersten Stück trat die Gruppe den Beweis an und nahm erfolgreich die Konkurrenz mit den Kirchenglocken auf. Die heute 70-Jährigen haben als junge Leute Bill Haley gehört. Stücke wie „Rock Around the Clock“ sprechen aber auch Jüngere und manche Ältere an. Der Altersdurchschnitt der „Rollators“ dürfte um die 75 Jahre liegen. Der älteste Musiker ist 82. Bernd Weller: „Wir waren schon in der Jugend rebellisch. Heute, im Alter, nennt man das Starrsinn.“

Alt-Rocker mit bunten Tattoos

Bewegung hält fit: Hiltrud Krauß (links) und Ingeborg Bischoff präsentieren den Vitapark der TGM SV.

Das Image der Alt-Rocker pflegt die Seniorenband auch in ihrer Kleidung. Auch wenn Lederjacken mit Fransen und Nieten sowie bunte Tattoos auf den Unterarmen sind nicht gerade das, was man bei der Generation 70+ erwartet. Der eigene Text zu „Born to Be Wild“ drückt das Selbstverständnis aus: „Auch wenn die Knochen schmerzen, wir Oldies sind noch superfit.“ Auch ehrenamtliche Arbeit hält Körper, Geist und Seele beweglich. Das bewiesen zahlreiche Helfer an den Informationsständen der Selbsthilfegruppen und Vereine. Bürgerhilfe, VdK, Diabetiker, Rotes Kreuz und die beiden Jügesheimer Sportvereine zählen zu den treuesten Ausstellern des Seniorentages. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, ihren Blutzuckerwert und den Blutdruck messen zu lassen. Zucker in Ordnung? Dann schmeckte der Kuchen beim Landfrauenverein besonders gut. Dazu gab’s Kaffee in Henkeltassen vom Kinderfest.

Zur altersgerechten Bewegung stellte die TGM SV Jügesheim ihren Seniorenparcours „Vitapark“ vor. Zwei neue Mitglieder des Vereins animierten zum Probetraining. Ingeborg Bischoff hatte in unserer Zeitung vom Vitapark gelesen. Sie probierte die Geräte aus und war Feuer und Flamme: „Das wäre doch auch was für meine Freundin.“ Seither übt sie gemeinsam mit Hiltrud Krauß. Als Mitglieder im Verein können sie auch weitere Angebote nutzen. „Den Vitapark sollten viel mehr Leute nutzen“, wirbt Ingeborg Bischoff, „wenn man zu mehreren ist, macht es noch mehr Spaß.“ Sie selbst ist durch regelmäßiges Üben gelenkiger geworden. Nun kann sie wieder ohne Hilfe aus dem Auto ihres Sohnes aussteigen.

Bilder vom Seniorentag

Seniorentag in Rodgau

Mehr geistige Beweglichkeit verspricht die Volkshochschule Rodgau. Ein Kurs „Gripsgymnastik“ findet ab 12. September freitags morgens in Nieder-Roden statt. „Schluss mit vergesslich“ ist das Motto der Gedächtnistrainerin Susanne Dey. Schon zehn Minuten Üben am Tag sei hilfreich. Ein paar Übungen als Kostprobe gab’s am Seniorentag im Rathausfoyer.

Aufatmen bei den Veranstaltern: Nach den nächtlichen Wolkenbrüchen war am Sonntagmorgen zeitweise sogar blauer Himmel zu sehen. Insgesamt hatte der Seniorentag Glück: Von einem halbstündigen Schauer am Nachmittag abgesehen, hielt das Wetter mehr als es versprochen hatte. Erster Stadtrat Michael Schüßler: „Auch die Aussteller wissen mittlerweile, dass es sich lohnt, ein Zelt mitzubringen.“

eh

Quelle: op-online.de

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